Tianwa Yang spielt mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Jun Märkl die Violinkonzerte von Sergei Prokofjew. 

Wo gehören Sergei Prokofjews Violinkonzerte historisch hin, das 1917, knapp vor der Oktoberrevolution entstandene erste und das zweite, komponiert 1935 in Paris, kurz vor der Rückkehr in die Sowjetunion? Sind sie als Ausläufer des 19. Jahrhunderts bestimmt für die große, romantische russische Geigentradition (gewiss, ein vielzitiertes, umstrittenes Schlagwort) mit dem opulenten, singenden, immer im Vordergrund stehenden Ton? Oder weht in ihnen bereits ein anderer, herberer, moderner Geist?

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Die Geigerin Tianwa Young vermittelt Einblicke in ihr Album mit Sergei Prokofjews Violinkonzerten.

Die aus Beijing stammende Geigerin Tianwa Yang wählt dezidiert diesen zweiten Zugang und zeigt auf Schritt und Tritt, dass sie mit der Originalklangbewegung bereits ebenso selbstverständlich aufgewachsen ist wie mit Musik der Gegenwart. An einer alles nivellierenden Süße liegt ihr nichts, stattdessen kehrt sie das Quecksilbrige, Unberechenbare der Soloparts hervor, lässt Funken sprühen – und stellenweise scheinen geradezu Späne zu Boden zu fallen: Das klingt aufregend und kühn.

Idealer Partner: das ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien erweist sich unter Jun Märkl als idealer Partner für eine solche Lesart: Nicht zuletzt Prokofjews überraschende Farbkombinationen kommen plastisch zur Geltung. Als heiter-virtuose Zugabe entpuppt sich die erst posthum uraufgeführte Solosonate op. 115 von 1947.

Auftrittstermine und weitere Informationen zu Tianwa Yang unter: tianwayang.com

Sergei Prokofiev: „Violin Concertso Nos. 1 and 2, Sonata for Solo Violin”, Tianwa Yang, ORF Vienna Radio Symphony Orchestra, Jun Märkl (Naxos)

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