Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs schrieb Maurice Ravel im Sommer 1914 sein Klaviertrio in a‑Moll. Die heitere Grundstimmung lässt vergessen, dass zur gleichen Zeit auf den Schlachtfeldern die Kanonen donnerten. Zart hingetupft, erklingt das Klavierthema am Anfang des ersten Satzes, „Modéré“. In ihrer betörenden Schwerelosigkeit verströmt diese Musik auch etwas zutiefst Rätselhaftes. 

Poetischer Zauber

Claire Huangci
Machte 2018 durch ihren Sieg beim Concours Géza Anda in Zürich von sich reden: die Pianistin Claire Huangci
(Foto: © Mateusz Zahora)

Das Trio Machiavelli versteht es, die komplex geschichteten Rhythmen mit einem subtilen poetischen Zauber zu verbinden. Die aufstrebende amerikanische Pianistin Claire Huangci machte 2018 durch ihren Sieg beim Concours Géza Anda in Zürich von sich reden. In dem Ensemble musiziert sie mit der Geigerin Solenne Païdassi, Preisträgerin des renommierten Long-Thibaud-Wettbewerbs, und dem Pariser Cellisten Tristan Cornut. 

Ein Hauch französischer Eleganz

Mit dem Bratscher Adrien Boisseau nehmen sie sich auf dem Album außerdem Ernest Chaussons Klavierquartett in A‑Dur vor. Es ist das letzte große Kammermusikwerk des Komponisten, der 1899 im Alter von nur 44 Jahren tödlich mit dem Fahrrad verunglückte. Chausson, der heute im Schatten von César Franck, Claude Debussy und Gabriel Fauré steht, bezeichnete dieses Quartett als leicht und fast übermütig. Das Trio Machiavelli verleiht ihm durch sein Spiel auch einen Hauch französischer Eleganz.