Die für den 9. Oktober geplante Uraufführung der Kammeroper „Im Thurm“ über den Dichter Friedrich Hölderlin wird wegen der Corona-Pandemie auf das Frühjahr 2022 verschoben. Das teilten die Universitätsstadt Tübingen und das Landestheater Tübingen (LTT) am Freitag mit. „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte LTT-Intendant und Regisseur Thorsten Weckherlin. „Doch die weitreichenden Hygiene- und Abstandsregelungen, die natürlich auch auf der Bühne eingehalten werden müssen, machen eine Produktion mit so vielen Beteiligten schlicht unmöglich.“

Hölderlinturm

Hölderlinturm

Die künstlerischen Abstriche wären zu groß gewesen, erklärte Universitätsmusikdirektor Philipp Amelung. „Eine rein konzertante Aufführung kommt für uns derzeit nicht in Frage und wird dem Werk nicht gerecht, zumal es um die Uraufführung einer Oper geht“, betonte er. Von der Verlegung solle vor allem auch das Publikum profitieren, sagte Dagmar Waizenegger vom Fachbereich Kunst und Kultur der Universitätsstadt Tübingen. Sollte die Corona-Pandemie 2022 überstanden sein, könnten deutlich mehr Zuschauer das Stück live erleben.

Die Oper des Münchner Komponisten Markus Höring ist ein Auftragswerk der Universitätsstadt Tübingen im Rahmen des Hölderlin-Jahres 2020. Das Libretto basiert auf Gedichten, biographischen Dokumenten wie Briefen von und an Hölderlin (1770–1843) sowie auf Auszügen aus seiner Krankenakte. „Vom Tübinger Turm aus blickt der scheinbar ‚ver-rückte‘ Hölderlin in vier Tableaus, die durch seine späten Jahreszeitengedichte eingerahmt werden, auf seine Lebensgeschichte zurück“, beschreibt das Theater das Stück.

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