Dis­zi­plin ist eben nicht alles: Sei­ne sechs Quar­tet­te op. 50 hat Joseph Haydn mit dem Bei­na­men „Preu­ßisch“ ver­se­hen. Sie sind dem instru­men­tal offen­bar nicht ganz unbe­gab­ten Fried­rich Wil­helm II. gewid­met, der sich nicht nur der viel­apo­stro­phier­ten preu­ßi­schen Tugen­den rühm­te, son­dern als kunst­sin­ni­ger Mäzen in die His­to­rie ein­ging. In jeder Hin­sicht tugend­haft ist auch die­se Dop­pel-CD des Ama­ti Quar­tetts. Die vier Strei­cher wid­men sich Haydns mal über­aus humo­ri­gen, mal ziem­lich ver­schmitz­ten Quar­tett­küns­ten mit der gebo­te­nen Ernst­haf­tig­keit, aber auch einer gro­ßen Leich­tig­keit. Fluffig-beschwingt wird etwa das Fina­le des F-Dur-Quar­tetts absol­viert, mit bur­schi­ko­sem Charme das Menu­ett des Es-Dur-Quar­tetts. Stets fin­det man das rich­ti­ge Maß für Haydns schier uner­schöpf­li­chen Ein­falls­reich­tum und spielt auf höchs­tem Niveau. 


Joseph Haydn: „String Quartets, op. 50“, Amati Quartett (Solo Musica)


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Guido Krawinkel
Guido Krawinkel schreibt über alles, was mit Musik zu tun hat. Dem Studium der Musikwissenschaften in Bonn folgten Tätigkeiten in der Tonträgerbranche, beim Radio und im Verlagswesen sowie eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. Als freier Journalist arbeitet Guido Krawinkel für Zeitungen, Zeitschriften und Konzerthäuser, schreibt Rezensionen, CD-Booklets und Programmeinführungen und ist Mitglied in der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Der begeisterte Chorsänger hält es mit Loriot: Ein Leben ohne Chor ist möglich, aber sinnlos.

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