Willkommen in der neuen Klassik-Woche,

heu­te mit dem Oster­fest­spie­le-Duell der Gigan­ten, dem gefähr­li­chen Natio­na­lis­mus an Ungarns Oper, einem Kom­men­tar zum Bal­lett-Skan­dal in Wien, einem neu­en Buch von Niko­laus Har­non­court – und allem, was sonst noch pas­sier­te.

WAS IST

Brach­te den Bal­lett-Skan­dal an die Öffent­lich­keit: der öster­rei­chi­sche Fal­ter.

VON BALLERINEN UND KASTRATEN

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Sexu­el­le Über­grif­fe, Body-Shaming, feh­len­de Ernäh­rungs­plä­ne und bru­ta­le Erzie­hungs­me­tho­den: Trit­te, Knei­fen, an den Haa­ren zie­hen. All die­se Miss­stän­de wirft die öster­rei­chi­sche Wochen­zei­tung Fal­ter der Bal­lett­aka­de­mie der Wie­ner Staats­oper vor. Ein Hor­ror-Sze­na­rio, das auch Opern­di­rek­tor Domi­ni­que Mey­er scho­ckier­te. Eine der Leh­re­rin­nen wur­de bereits ent­las­sen, in ande­ren Fäl­len sol­len Beschwer­den der Bal­lett­schü­le­rIn­nen ohne Kon­se­quenz geblie­ben sein. Der Fal­ter betont, dass die Opern-Inten­danz bei der Recher­che vor­bild­lich koope­riert hät­te, und in der ZIB2 des ORF beteu­er­te Mey­er, dass er die Vor­fäl­le Stück für Stück auf­ar­bei­ten wer­de – Straf­ver­fah­ren sei­en bereits ein­ge­lei­tet, den­noch hält der Inten­dant an der Lei­te­rin der Aka­de­mie, an Simo­na Noja, fest. Mir stel­len sich der­weil viel grund­sätz­li­che­re Fra­gen: Kann sich die inter­na­tio­na­le Bal­lett-Sze­ne vor der­ar­ti­gen Machen­schaf­ten wirk­lich schüt­zen? Oder wird das Pro­blem am Ende nur expor­tiert? Wer­den die zukünf­ti­gen Tän­ze­rin­nen und Tän­zer von Opern­ball und Neu­jahrs­kon­zert in ihrer Kind­heit dann eben nicht in Wien, son­dern in Mos­kau oder Peking gequält? Und noch eine Fra­ge: Wel­che Eltern geben ihre Kin­der eigent­lich frei­wil­lig in einer der­ar­ti­ge Kader­schmie­de? Na klar, die aktu­el­len Skan­da­le müs­sen auf­ge­ar­bei­tet, die Straf­ta­ten ver­folgt und den Opfern muss gehol­fen wer­den. Aber ist es nicht an der Zeit, ernst­haft zu fra­gen, ob unse­re Welt ohne die­se Hoch­leis­tungs-Zir­kus-Kul­tur des Bal­letts wirk­lich ärmer wäre? Es gibt hau­te schließ­lich auch nie­man­den mehr, der ech­te Kas­tra­ten auf unse­ren Büh­nen ver­misst! Viel­leicht hören wir in Zukunft ja mehr von Pro­jek­ten wie der Mis­si­on Schwa­nen­see von Sabri­na Sadow­s­ka in Chem­nitz, in der küh­ne Ide­en und Mul­ti­kul­ti mehr zäh­len als der per­fek­te Tanz.  

ORBANS WEISSE WERDEN SCHWARZ

Nach­dem wir letz­te Woche noch über Beet­ho­vens afri­ka­ni­sche Wur­zeln gewit­zelt haben, wird es die­se Woche erns­ter. An der Unga­ri­schen Staats­oper wird seit Jah­ren Por­gy and Bess gespielt. Inten­dant Szil­ves­z­ter Oko­vacs, ein Freund Vik­tor Orb­ans, hielt sich dabei nie an die Auf­la­ge Gershwins, die Oper mit afro­ame­ri­ka­ni­schen Sän­gern zu beset­zen. Jetzt, da die Rech­te­inha­ber gegen sei­ne Beset­zungs­po­li­tik vor­ge­hen wol­len, reagier­te Oko­vacs, indem er sein Ensem­ble unter Druck setz­te. 15 der 28 Sän­ger sol­len ein Bekennt­nis unter­schrie­ben haben, in dem sie behaup­ten, gefühlt afro-ame­ri­ka­ni­sche Wur­zeln zu haben. Mit ande­ren Wor­ten: die Brau­nen las­sen die Wei­ßen kur­zer­hand schwarz wer­den. Wie absurd ist das bit­te? Nur eine wei­te­re, rechts­po­pu­lis­ti­sche Absur­di­tät, nach­dem die Buda­pes­ter Oper kürz­lich das Musi­cal Bil­ly Elli­ot vom Spiel­plan nahm, weil reak­tio­nä­re Grup­pen befürch­te­ten, dass das The­ma Homo­se­xua­li­tät auf das Publi­kum über­grei­fen könn­te.  

SPORTLICHE KÜNSTLER

Nach­dem ich neu­lich den Halb­ma­ra­thon in Wien gelau­fen bin, war ich über die Fül­le der Reak­tio­nen im Netz erstaunt. Span­nend, wie vie­le Klas­sik-Künst­ler Sport aus Lei­den­schaft betrei­ben. Wir wis­sen das von Schlag­zeu­ger Mar­tin Gru­bin­ger, Kla­ri­net­tist Andre­as Otten­sa­mer kickt mit vol­lem Ein­satz für das Team der Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­ker, Came­ron Car­pen­ter und Yan­nick Nézet-Ségu­in lie­ben den Mus­kel­auf­bau im Gym, und Kom­po­nist Moritz Eggert hat gera­de an der Hyrox-WM teil­ge­nom­men. Die Wie­ner Künst­ler-Agen­tur Raab & Böhm war gleich mit acht Mit­ar­bei­tern beim Wien-Mara­thon dabei. Wol­len wir nicht Mal einen Klas­sik-Lauf orga­ni­sie­ren, in dem die Teil­neh­mer über 10 Kilo­me­ter dau­ernd durch auf­spie­len­de Orches­ter ren­nen? Wer wäre dabei?        


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WAS WAR

Prü­gerl­sze­ne der Salz­bur­ger Meis­ter­sin­ger mit der Staats­ka­pel­le Dres­den.

DRESDEN VS. BERLIN – DIE FESTSPIEL-BATTLE

Oster-Show­down zwi­schen Baden-Baden und Salz­burg. Wäh­rend die Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­ker Ver­dis Otel­lo gaben, spiel­te die Staats­ka­pel­le Dres­den Wag­ners Meis­ter­sin­ger. Am Ende tob­te das Publi­kum an bei­den Fest­spiel­or­ten. Etwas dif­fe­ren­zier­ter sind die Kri­ti­ken. Robert Wil­sons Licht-und-Raum Otel­lo wirk­te alt­ba­cken und nichts­sa­gen­dend, das Diri­gat von Zubin Meh­ta schlep­pend und gelang­weilt, berich­tet Musik Heu­te. Gefei­ert dage­gen Stuart Skel­ton in der Titel­par­tie. In Salz­burg hielt sich Regis­seur Jens-Dani­el Her­zog vor­nehm zurück, insze­nier­te brav, bis er Hans Sachs am Ende ins Abseits kata­pul­tier­te. Hans Zep­pen­felds Sachs-Debüt wur­de vom BR als intel­lek­tu­ell gefei­ert, von der dpa als über­for­dert kri­ti­siert. Abwe­send soll der Stol­zing von Klaus-Flo­ri­an Vogt gewirkt haben. Chris­ti­an Thie­le­mann diri­gier­te mit den Manie­ris­men eines Diri­gen­ten, der sich in jedem Win­kel der Par­ti­tur aus­kennt: Zum Teil pro­vo­zie­rend wei­he­voll und schlep­pend, dann wie­der – zur Fest­wie­se – mit aller­hand Schma­ckes. Nach Lek­tü­re der ers­ten Kri­ti­ken glau­be ich, dass Salz­burg am Ende die wohl schö­ne­ren Oster­ei­er ver­steckt hat. Aber viel­leicht sind die Meis­ter­sin­ger an der Staats­oper Ber­lin eine wirk­li­che Alter­na­ti­ve. Hier ste­hen als Meis­ter die gro­ßen alten Hau­de­gen des Wag­ner-Gesangs noch ein­mal gemein­sam auf der Büh­ne (mit Video!): Gra­ham Clark, Sieg­fried Jeru­sa­lem, Rei­ner Gold­berg, Franz Mazu­ra und Olaf Bär. Eine Art Ocean’s five des Wag­ner­ge­sangs. Eine genia­le Idee.

BIG P IM KINO 

Frack, wei­ßes Taschen­tuch und eine Stim­me zum Dahin­schmel­zen. Er ist zurück! Lucia­no Pava­rot­ti fei­ert sein Come­back auf der Kino-Lein­wand. Vom 7. Juni an wird das neue Film-Por­trät von Regis­seur Ron Howard in den Kinos zu sehen sein mit bis­lang unver­öf­fent­lich­te Bil­dern und Kom­men­ta­ren von Weg­ge­fähr­ten. Nun gibt es einen ers­ten Trai­ler – und, na klar, der Film wird von einer neu­en CD beglei­tet wer­den. 

ALAGNAS WUNDERBARE WIDERWORTE

Gab es je einen Musi­ker oder Kol­le­gen, mit dem Musik­jour­na­list Nor­man Leb­recht nicht über Kreuz war? Nun zog er über eine Absa­ge von Rober­to Alagna in der Pari­ser Car­men-Pro­duk­ti­on von Calix­to Biei­to her. Prompt schrieb der Tenor dem Kri­ti­ker zurück: „Dan­ke Nor­man, dass Du mich zuwei­len an mei­ne größ­ten Momen­te erin­nerst, etwa als ich in Wien ein­mal kei­nen Schlips getra­gen habe, oder jetzt, bei einer Absa­ge in Paris. Aber mach Dir kei­ne Sor­ge: Es war nur eine zutiefst mensch­li­che Bron­chi­tis. Viel­leicht wür­den eini­ge Leser auch Mal gute Nach­rich­ten wür­di­gen. Gruß Rob

AKUSTIKER FÜR MÜNCHEN UND KOSTENEXPLOSION IN ZÜRICH

Akus­ti­ker Tateo Naka­ji­ma soll das neue Kon­zert­haus in Mün­chen ent­wer­fen. Er hat sich damit gegen den Elb­phil­har­mo­nie Star-Akus­ti­ker Yasu­hi­sa Toyo­ta durch­ge­setzt, der auch von Mariss Jan­sons favo­ri­siert wur­de. Naka­ji­ma ist unter ande­rem für die groß­ar­ti­ge Akus­tik im neu­en Bres­lau­er Kon­zert­saal ver­ant­wort­lich. Anders als Toyo­ta baut er lie­ber schlich­te „Schuh­schach­teln“ als spek­ta­ku­lä­re „Wein­ber­ge“. Der­weil wird die Reno­vie­rung von Kon­gress­haus und Ton­hal­le in Zürich immer teu­rer. Einst soll­ten sie für 40 Mil­lio­nen Fran­ken umge­baut wer­den, heu­te wer­den min­des­tens 80 Mil­lio­nen ver­an­schlagt – 13 Mil­lio­nen mehr als bei der letz­ten Kal­ku­la­ti­on. Der Bau wird sich min­des­tens um sechs Mona­te, bis März 2021 ver­zö­gern. Schuld sei die schlech­te Bau­sub­stanz. Roger Die­ner, Teil der ver­ant­wort­li­chen Archi­tek­ten­grup­pe, kom­men­tier­te die Mehr­kos­ten lako­nisch mit: „Das gan­ze ist ein­fach auch Pech.“ Gleich­zei­tig for­dert Inten­dan­tin Ilo­na Schmiel 3,7 Mil­lio­nen Extra-Fran­ken, um den Ein­nah­me­ver­lust durch den Umbau zu kom­pen­sie­ren.    


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AUF UNSEREN BÜHNEN

Die Tur­bu­len­zen am Thea­ter Hal­le (wir haben berich­tet) gehen wei­ter. Nun haben sich die Mit­ar­bei­ter in einem offe­nen Brief gegen die „Betriebs­kli­ma-Kata­stro­phe“ an ihrem Haus gewen­det. Geschäfts­füh­rer Ste­fan Rosin­ski soll trotz­dem blei­ben –  eine Far­ce! +++ Pünkt­lich zum Beet­ho­ven-Jahr wird die Stadt Bonn 700 Skulp­tu­ren des Kom­po­nis­ten vom Künst­ler Ott­mar Hörl auf­stel­len. +++ Der Spie­gel berich­tet vom Relaunch des „schlech­tes­ten Orches­ters der Welt“. In der Ports­mouth Sin­fo­nia spielt jeder Musi­ker ein Instru­ment, das er nicht beherrscht – gera­de wur­de auf die­se Art Beet­ho­vens 5. Sym­pho­nie „not­ge­schlach­tet“ (mit Video!). +++ Bar­rie Kos­ky hat den Spiel­plan der Komi­schen Oper in Ber­lin vor­ge­stellt, unter ande­rem hofft er auf die end­gül­ti­ge Frei­las­sung des rus­si­schen Regis­seurs Kirill Serebren­ni­kow, der am Haus insze­nie­ren soll. Außer­dem will die Komi­sche Oper in der fünf­jäh­ri­gen Sanie­rungs­zeit von 2022 an in der gan­zen Stadt prä­sent sein. +++ Auf der IAMA, der Kon­fe­renz der Klas­sik-Ver­an­stal­ter wur­de in der Ton­hal­le in Düs­sel­dorf die Macht der Regis­seu­re debat­tiert, aber auch Mög­lich­kei­ten zur „Selb­st­op­ti­mie­rung“ von Orches­tern. +++ Micha­el Ernst beju­belt in der FAZ die Pla­tée-Insze­nie­rung von Rolan­do Vil­la­zón an der Sem­per­oper in Dres­den: „Still­stand gibt es hier nicht.“ +++  

PERSONALIEN DER WOCHE

Es war nicht selbst­ver­ständ­lich, dass Tho­mas Angyan sei­nen Nach­fol­ger als Chef des Wie­ner Musik­ver­eins, Ste­phan Pau­ly, der Pres­se per­sön­lich vor­stell­te. Die bei­den woll­ten Ein­tracht signa­li­sie­ren. Wäh­rend Pau­ly sich, was sei­ne Plä­ne betrifft, bedeckt hielt, war es Angyan, der das Haus mit viel Mensch­lich­keit und Fin­ger­spit­zen­ge­fühl führt, wich­tig, zu erklä­ren, dass er aus frei­en Stü­cken gegan­gen sei – auch, wenn sei­ne Kör­per­hal­tung etwas ande­res signa­li­sier­te. Man hört von einer bewuss­ten Demon­ta­ge durch das füh­ren­de Gre­mi­um der Mit­glie­der der Gesell­schaft der Musik­freun­de. +++ Der Geschäfts­füh­rer der Donau­eschin­ger Musik­ta­ge, Björn Gott­stein, hat sei­nen Ver­trag bis 2025 ver­län­gert. +++ Der Kul­tur­jour­na­list von Spie­gel Online, Wer­ner Theu­rich, der immer auch wie­der über Klas­sik berich­tet hat, ist ver­stor­ben – sei­ne Redak­ti­on ruft ihm trau­rig und bewe­gend nach. +++ Eben­falls ver­stor­ben, im Alter von 87 Jah­ren, ist der ober­ös­ter­rei­chi­sche Kom­po­nist Bal­du­in Sul­zer.  

WAS LOHNT

Niko­laus Har­non­courts Brie­fe an die Fami­lie ver­öf­fent­licht.

DAS BUCH DER WOCHE

Es gibt nur weni­ge Klas­sik-Künst­ler, mit denen man so gut spre­chen konn­te wie mit Niko­laus Har­non­court – und, ja, auch strei­ten. Wie oft haben wir uns getrof­fen, sind gemein­sam in Japan Wan­dern gegan­gen, wie eupho­risch hat er an mei­nem Jugend-Buch Wie Krach zu Musik wird mit­ge­wirkt? Und wie schwie­rig wur­de es, als mir sei­ne Salz­bur­ger Zau­ber­flö­te zu aka­de­misch daher­kam? Und trotz­dem: Kaum ein ande­rer Klas­sik-Künst­ler hat mei­nen Blick auf die Musik der­art geprägt und her­aus­ge­for­dert wie Niko­laus Har­non­court. Nun hat sei­ne wun­der­ba­re Frau Ali­ce Har­non­court ein Buch im Resi­denz Ver­lag her­aus­ge­ge­ben, in dem sie Schrif­ten ver­sam­melt, die der Diri­gent ins Fami­li­en­buch notier­te – pri­va­te, inti­me und nach­denk­li­che Betrach­tun­gen über Musik und Leben und das Mensch­sein. In Mei­ne Fami­lie erzählt Har­non­court von sei­nem Zwie­spalt als Ade­li­ger, über die per­sön­li­che Befrei­ungs­be­we­gung, die bei ihm mit dem Con­cen­tus Musi­cus begann – beson­ders span­nend wird das Buch, wo es die Fami­li­en­ge­schich­te in den logi­schen Weg der Musik und in die Mensch­wer­dung des Diri­gen­ten ver­folgt, wenn Har­non­court etwa von Onkel Ger­hard und Tan­te Rena­ta berich­tet, von einer Welt der Wut, der Unge­wiss­heit, der Treue, von Lie­be und Unzu­läng­lich­kei­ten. Ein Satz, den Har­non­court mir ein­mal sag­te, beschreibt die­ses Buch viel­leicht am bes­ten: „Wis­sen Sie, für mich war Mozart der poli­tischs­te Kom­po­nist. Denn die wah­re Poli­tik sehen wir im all zu Mensch­li­chen: Wie der Graf mit dem Zim­mer­mäd­chen umgeht, sagt mehr über die Poli­tik aus als jedes Wahl­pro­gramm.“ Unbe­dingt lesen!

Und ein biss­chen Wer­bung in eige­ner Sache: Die­se Woche beginnt auf SKY mei­ne neue Doku-Serie Porn Cul­tu­re, in der ich in sechs Fol­gen den Zusam­men­hang von Ero­tik und Gesell­schaft von den 50er Jah­ren bis in die Gegen­wart ver­fol­ge. Wie hat unse­re Lust die Welt ver­än­dert? Wie hat die Welt mit ihren Krie­gen, Revo­lu­tio­nen, mit Krank­hei­ten oder der Netz­kul­tur unse­re Lie­be ver­än­dert? All das hat nichts mit Klas­sik zu tun, sagen Sie? Oh doch! Unter ande­rem tref­fe ich auch die ehe­ma­li­ge Opern­sän­ge­rin Adri­neh Simo­ni­an, die heu­te als eman­zi­pier­te Por­no-Pro­du­zen­tin tätig ist. Und nächs­te Woche geht es an die­ser Stel­le dann auch um die Ero­tik-Oper Pow­der her Face von Tho­mas Adès an der Volks­oper in Wien.

In die­sem Sin­ne, blei­ben Sie lust­voll und hal­ten Sie die Ohren steif.

Ihr

Axel Brüg­ge­mann
brueggemann@crescendo.de

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Axel Brüggemann
Axel Brüggemann glaubt, dass Musik das Leben verändern kann. Darüber hat er zunächst bei der WELT am SONNTAG geschrieben, bei der er auch Textchef war. Später schrieb er für die FAS und die Jüdische Allgemeine. Heute ist der ehemalige crescendo-Chefredakteur hauptsächlich fürs Fernsehen tätig: für arte, ZDF und SKY. Für seine Bayreuth-Moderationen wurde er für den Grimme-Preis nominiert. Brüggemanns Dokumentarfilme suchen stets nach dem Zusammenhang von Musik und Mensch.

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