Ein Cello ist ein Instrument, das oben kreischt und unten brummt“, soll Antonín Dvořák einmal, ganz uncharmant geurteilt haben. Trotzdem hat er dem Instrument eines der schönsten Solokonzerte überhaupt geschenkt: sein Cellokonzert in h‑Moll, Op. 104. Kreischen und brummen hört man zum Glück nichts, wenn Adolfo Gutiérrez Arenas spielt. Seine neue CD umfasst alle Werke, die Dvořák seinem Instrument auf den Leib geschrieben hat. Neben dem monumentalen Konzert auch das berühmte Rondo und die wunderbar sentimentale Waldesruh. Arenas und die Magdeburgische Philharmonie unter der Leitung des taiwanesischen Dirigenten Kimbo Ishii gehen sehr individuell an diese Musik heran, den Kopfsatz des Konzertes spielen sie relativ breit, manch ein Lagenwechsel klingt ungewohnt expressiv. Eine schöne „Zugabe“ der CD: Dvořáks Lied Lasst mich allein in einem Arrangement für Cello und Klavier. Dabei handelte es sich um das Lieblingslied seiner verstorbenen Schwägerin, für die er heimlich schwärmte. Es ist sowohl im zweiten, als auch im finalen dritten Satz des Konzertes zu hören.  

Antonín Dvořák: „Cello Works”, Adolfo Gutiérrez Arenas, Magdeburgische Philharmonie, Kimbo Ishii (Ibs Classical)

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Sina Kleinedler
Direkt nach ihrem Abi wirbelte Sina Kleinedler bereits als Praktikantin durch die crescendo-Redaktion. Ein Musikjournalismus- und Cellostudium in Dortmund und Hannover schlossen an. Heute gibt sie unter anderem regelmäßig Konzerteinführungen in der Philharmonie Köln. „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“ (Augustinus Aurelius), lautet ihre Devise.

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