Jar­rett über­trifft sich selbst. Ver­schach­telt, ver­dich­tet, explo­siv, blue­sig groo­vend, tri­cky, wie auch schwe­bend und völ­lig frei, immer aber in abso­lu­ter Kon­tem­pla­ti­on – Keith Jar­rett bleibt unver­wech­sel­bar, Hin­ga­be pur, und davon wird die­se Dop­pel-CD bis in alle Ewig­keit zeu­gen. Was Jar­rett am 16. Juli 2016 voll­bracht hat, nur zwei Tage nach dem Anschlag in Niz­za, wo er in einem nahen Hotel vor Ort war, konn­ten die erle­ben, die an jenem Abend in der Münch­ner Phil­har­mo­nie waren.

Übertrifft sich selbst: der Pianist Keith Jarrett

(Foto: © Jim­my Katz / ECM Records)

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Zu hören bleibt die ein­zig­ar­ti­ge Varia­ti­ons- und Impro­vi­sa­ti­ons­kunst eines genia­len Pia­nis­ten, der selbst einer schlich­ten Melo­die einen gan­zen Kos­mos zu öff­nen weiß. Die Zuga­be Ans­wer me, my love war 1952 ursprüng­lich ein deut­scher Schla­ger von Ger­hard Wink­ler und hieß Müt­ter­lein. 1954 wur­de der spä­ter viel­fach geco­ver­te Song ein Rie­sen­er­folg für Nat King Cole. Schon lan­ge in Jar­retts Kon­zert­re­per­toire, ist sei­ne Fas­sung end­lich auf CD zu hören. 

Keith Jar­rett: „Munich 2016” (ECM)

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Was hat John Wayne mit den Muppets und Groucho Marx gemeinsam? Für crescendo begibt sich Stefan Sell immer wieder auf die Suche nach verblüffenden Zusammenhängen. Überraschende Verbindungen bringt Sell auch als Konzertgitarrist auf die Bühne. In Programmen wie Don Quijote trifft Hamlet vereint er virtuoses Saitenspiel mit humorvollen Anekdoten und entstaubt die Weltliteratur. Seine langjährige Arbeit als Herausgeber und Autor beim Schott-Verlag wurde mit dem Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ ausgezeichnet.

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