Valery Gergiev und die Münchner Philharmoniker haben im Stift St. Florian am Grab von Anton Bruckner alle seine neun Sinfonien eingespielt. Die Aufnahme ist als CD-Box und in einer Deluxe-Version erhältlich. 

Man hat die Qual der Wahl: Alle Neune mit den Münchner Philharmonikern in St. Florian als schlanke Neun-CDs-Box für einen günstigen Preis oder die opulente, entsprechend teurere Deluxe-Ausgabe: Sie enthält die Sinfonien sowohl auf sechs DVDs wie vier Blu-rays, dazu gibt es den Kinofilm Bruckner – das verkannte Genie, ein Buch auf Englisch und Deutsch zu Leben und Werk sowie das Faksimile von Bruckners mehrseitigem handgeschriebenem Lebenslauf (einschließlich Transkription in verschiedene Sprachen).

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Valery Gergiev und die Münchner Symphoniker spielen in der Basilika von Stift St. Florian Anton Bruckners Siebte Sinfonie.

Sieht man das prächtige, hochbarocke Stift St. Florian, wo Bruckner die Orgel spielte, unter der er begraben liegt, in den verschiedenen Perspektiven und Kamerafahrten, dann ist das Klangbild ein natürliches: sonor, gewaltig und mit dem Hall einer riesigen Kirche. Am CD-Player muss man die Bässe um einiges herunterregeln, doch man kann sich ganz auf das Hören konzentrieren. In beiden Fällen zahlt sich der Zehn-Stunden-Marathon aus, innerhalb kurzer Zeit die weitgespannt melodienselige Siebte zu hören neben der so glasklaren Romantischen mit ihren ebenso schlicht wie schön auf einer „leeren“ Quinte aufgebauten Themen; dann vielleicht die herrlich unbekümmerte, „frische“ Erste und im Kontrast dazu die unvollendete Neunte oder die gewaltige Achte. Immer wieder schön: die Sechste, Bruckners „Keckste“, weil tatsächlich mit etwas ungewöhnlichem Humor ausgestattet.

Anders als Rémy Ballot, der seinen ebenfalls (wenn auch nur teilweise) zwischen 2017 und 2019 in St. Florian aufgenommenen Bruckner-CD-Zyklus mit dem Altomonte Orchester und dem Oberösterreichischen Jugendsinfonieorchester fast vollendet hat und mit Erfolg getragene Tempi wie Sergiu Celibidache wählt, balanciert Valery Gergiev selbige zwischen den Extremen aus. Er zieht manchmal merklich an, um dann wieder Musik und Klang in jeder Hinsicht viel Raum zu geben. Wie schon Christian Thielemann betonte: Nicht zuletzt dank Celibidache in den 1990er-Jahren haben sich die Münchner Philharmoniker, die auch einige Erstaufführungen spielten, einen Bruckner-Klang erobert, auf den alle folgenden Dirigenten setzen können, egal wie sehr sie in Haltung, Tempo oder Gestaltung im Detail abweichen.

„Anton Bruckner – The Symphonies –The Story –The film”, Martin Haselböck, Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev (Arthaus)

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