Staub als Symbol der Vergänglichkeit zieht sich leitmotivisch durch Brett Deans (Foto oben: © Bettina Stoess) Oper Hamlet. Emphatisch kehrt das Wort immer wieder. 2017 veroperte Dean die berühmte Shakespeare-Tragödie im Auftrag des Festivals von Glyndebourne zu einer dichten poetischen Collage. An der Oper Köln inszeniert Matthew Jocelyn, der auch das Libretto verfasste, die deutsche Erstaufführung. Hamlet verkörpert David Butt Philip. Und die musikalische Leitung liegt in den Händen von Matthew Jocelyn, der auch das Libretto verfasste. Das Werk hebt an mit einem perkussiven Raunen, während Sänger im Orchester durch Zischen und Wispern ein verzerrtes Gewirr von Stimmen erzeugen, wie es den Kopf eines Wahnsinnigen erfüllt. Dean setzt das Phänomen Wahnsinn als Metapher für die marode Gesellschaft und die von ihr deformierten Personen ein.

Weitere Aufführungen: 27. und 30. November 2019, 5., 8., und 11. Dezember 2019
Und Informationen: www.oper.koeln/de/

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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