Wer erinnert sich nicht an jenen wunderbaren Kinofilm Tous les matins du monde von Alain Corneau aus dem Jahre 1991, der das einsame Leben des Gambisten Monsieur de Sainte Colombe darstellte? Gérard Depardieu hatte die Rolle des Komponisten und Gambisten Marin Marais (1656–1728) übernommen, einem Schüler des Monsieur. Obwohl Depardieu in Wirklichkeit nur recht laienhaft auf der Gambe zupfen konnte, machte der Film die Gambenmusik damals populär. Heute braucht es eine Crowdfunding-Kampagne, um diese Aufnahme mit vier Suiten von Marin Marais zu ermöglichen. Aus den etwa 600 überlieferten Pièces de Viole, die seit 1685 in mehreren Musikbänden in der schottischen Nationalbibliothek in Edinburgh aufbewahrt werden, wählte der Gambist Robert Smith die Suite in fis-Moll aus Marais’ erstem Buch, die A‑Dur-Suite aus dem zweiten Buch, die g‑Moll aus dritten und e‑Moll aus dem vierten: Klänge von wehmütiger und einmaliger Schönheit, aus den Händen virtuoser Interpreten. 

Marin Marais: „La Gracieuse”, Pièces de Viole, Robert Smith, Israel Golani, Joshua Cheatham, Olivier Fortin (resonus)

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Teresa Pieschacón Raphael
„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

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