Wer Dvořáks Stabat mater, die Urfassung von 1876, im Blindtest verkosten müsste, würde auf eine harte Probe gestellt“ — so das Begleitheft zur stimmungsvollen Einspielung dieses ungewöhnlichen geistlichen Werkes. Wie unbegründet diese Sorge ist, zeigt der Chor des Bayerischen Rundfunks in den knapp 60 Minuten schauervoll-trauriger Klage-Musik. Chor und Solisten beschwören von Anfang an eine Atmosphäre tieftrauriger, wehmutsvoller, aber auch hoffnungsvoller Affekte.

Der Chor des Bayerischen Rundfunks 
(© Klaus Fleckenstein)

Besonders hervorzuheben ist die schöne Homogenität des Chorklangs, die vom ersten Moment an überzeugt. Auch die Solisten-Ensembles, wie etwa der Beginn des Quando corpus morietur sind sehr gut musiziert: Artikulation, Intonation und Ausdruck lassen keine Wünsche offen und bei dieser wehmutsvollen Musik auch kaum ein Auge trocken. Einzig schade: Das distanzierte und dünne Klangbild der Aufnahme schafft eine gewisse emotionale Distanz zwischen Sängern und Text.  

Antonín Leopold Dvořák: „Stabat Mater”, Julia Kleiter, Gerhild Romberger u.a., Chor des Bayerischen Rundfunks, Howard Arman (BR Klassik)

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