Klang­wol­ken, Akkord­ge­wit­ter und ver­schwe­ben­de Farb­klän­ge: Sphä­ri­sche Har­mo­ni­en schwin­gen durch die Luft, her­vor­ge­bracht von den Mit­glie­dern der Audi Jugend­chor­aka­de­mie und Marim­ba- bezie­hungs­wei­se Vibra­fon, Gei­ge und Vio­la. Unter Mar­tin Steid­lers Lei­tung hat man sich zeit­ge­nös­si­scher Chor­mu­sik ver­schrie­ben und lotet neue klang­li­che Extre­me aus. Das sind ziem­lich dicke Bret­ter, die man zuwei­len boh­ren muss, nicht immer eine leich­te Auf­ga­be für ein jähr­lich neu zusam­men­ge­wür­fel­tes Ensem­ble. Den­noch beein­druckt die cho­ri­sche Leis­tung, die man bei Wolf­ram Buchen­bergs „O nata lux“ oder Tobi­as PM Schneids „… wie die Zeit ver­geht …“ hin­legt. Das ist Chor­kunst auf höchs­tem Niveau. Ein­gän­gi­ge Rei­ßer sucht man ver­ge­bens, belohnt wird man statt­des­sen mit groß­ar­ti­ger Neu­er Musik für Chor, gegen­über der auch ein fast schon klas­si­sches Werk wie Immor­tal Bach des Chor-Alt­meis­ters Knut Nystedt wie frisch kom­po­niert klingt.

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Guido Krawinkel
Guido Krawinkel schreibt über alles, was mit Musik zu tun hat. Dem Studium der Musikwissenschaften in Bonn folgten Tätigkeiten in der Tonträgerbranche, beim Radio und im Verlagswesen sowie eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. Als freier Journalist arbeitet Guido Krawinkel für Zeitungen, Zeitschriften und Konzerthäuser, schreibt Rezensionen, CD-Booklets und Programmeinführungen und ist Mitglied in der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Der begeisterte Chorsänger hält es mit Loriot: Ein Leben ohne Chor ist möglich, aber sinnlos.

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