Wenn so erfah­re­ne Exper­ten wie Ralf Otto, der Bach­chor Mainz und das Bach­or­ches­ter Mainz sich des „Weih­nachts­ora­to­ri­ums“ anneh­men, muss es eigent­lich gut wer­den. Nach der „Johan­nes-Pas­si­on“ haben die Künst­ler jetzt auf zwei CDs die sechs Tei­le des zwi­schen Weih­nach­ten 1734 und Epi­pha­ni­as 1735 urauf­ge­führ­ten Werks vor­ge­legt. In rela­tiv klei­ner Beset­zung und auf his­to­ri­schen Instru­men­ten musi­ziert, strahlt das Ora­to­ri­um wür­de­vol­le Freu­de und Fest­lich­keit aus, ohne wuch­tig zu wir­ken. Otto setzt ins­ge­samt auf eher rasche Tem­pi, weiß aber auch Momen­te andäch­ti­ger Ruhe zu schaf­fen – stets sorg­fäl­tig ori­en­tiert an den text­li­chen Vor­ga­ben. Gera­de in den Cho­rä­len blei­ben bei aller klang­li­chen Trans­pa­renz die Gän­se­haut­schau­er nicht aus. Unter den Solis­ten sticht Georg Pop­lutz als Erzäh­ler durch sein ange­neh­mes Tim­bre und die aus­ge­zeich­ne­te Text­ver­ständ­lich­keit in den Rezi­ta­ti­ven beson­ders her­vor.

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Julia Hartel
Julia Hartel, Jahrgang 1982, weiß oft gar nicht, ob sie nun am liebsten Computer- oder Klaviertastaturen, Seiten (von Büchern) oder Saiten (die ihres Cellos) unter den Fingern spürt. Nach ihrem Studium der Germanistik und Musikwissenschaft hat sie sich 2007 als Journalistin und Lektorin selbstständig gemacht. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Nürnberg.

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