Zwei Halb­brü­der, ein im Wald auf­ge­grif­fe­nes Mäd­chen, Mut­ter, Groß­va­ter, der Enkel, ein altes, düs­te­res Schloss und Debus­sys fei­ne Seis­mo­gra­fen-Musik: Maeter­lincks Sym­bo­lis­mus-Dra­ma „Pel­léas et Méli­san­de“ han­delt von kom­ple­xen Bezie­hun­gen unter unglei­chen Men­schen. Regis­seur Dmi­tri Tcher­nia­kov setzt die­ses Geflecht in einer schi­cken Desi­gner-Dach­woh­nung mit Blick auf dich­tes Blät­ter­werk in Zürich dem Licht aus. Golaud (Kyle Ketel­sen) ist Psy­cho­ana­ly­ti­ker und Méli­san­de sei­ne Pati­en­tin, spä­ter Frau: Corin­ne Win­ters bleibt im schwar­zen Kapu­zen­pul­li zutiefst see­lisch ver­letzt, zumal der Mann sie nach anfäng­li­cher Behut­sam­keit bru­tal unter Druck setzt. Viel wird ima­gi­niert, auch Pel­léas (Jac­ques Imbrailo) hyp­no­ti­siert Méli­san­de und ver­setzt sie an einen Brun­nen oder in eine düs­te­re Grot­te. Das geht unter die Haut dank Tcher­nia­kovs psy­cho­lo­gisch genau­er Per­so­nen­füh­rung (in den Zwi­schen­spie­len wird sub­til wei­ter­erzählt), wun­der­ba­rer Sän­ger­dar­stel­ler und der Phil­har­mo­nia Zürich, die unter Alain Alti­no­g­lu dif­fi­zi­le Leucht­kraft ent­fal­tet.  

Clau­de Debus­sy: „Pel­léas et Méli­san­de“, Jac­ques Imbrailo, Corin­ne Win­ters, Kyle Ketel­sen u.a., Phil­har­mo­nia Zürich, Alain Alti­no­g­lu, Dmi­tri Tcher­nia­kov, Oper Zürich (BelAir)

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