Vene­zia­ni­sche Intri­gen: Zu sei­ner sechs­ten Oper I due Fos­ca­ri (1844) ließ sich Giu­sep­pe Ver­di von der tra­gi­schen Geschich­te des letz­ten Dogen inspi­rie­ren. Das gleich­na­mi­ge Vers­dra­ma des eng­li­schen Dich­ters Lord Byron über Fran­ces­co Fos­ca­ri und sei­nen unschul­dig wegen Mor­des ver­ur­teil­ten Sohn dien­te ihm als Vor­la­ge. Für die Opern­büh­ne sei das Stück jedoch nicht wir­kungs­voll genug, fand der jun­ge Kom­po­nist. Gleich im ers­ten Akt müs­se es „kra­chen“ („un po‘ di fra­cas­so“). Libret­tist Fran­ces­co Maria Pia­ve straff­te die Hand­lung, Ver­di setz­te neue musi­ka­li­sche Akzen­te.

Der Bariton Leo Nucci singt die Partie des Dogen 
(© Attila Nagy / Müpa / Budapest)
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Das Münch­ner Rund­funk­or­ches­ter unter sei­nem Chef­di­ri­gen­ten Ivan Repušić hat die Oper vor­züg­lich für das Eigen­la­bel des Baye­ri­schen Rund­funks ein­ge­spielt. Mit star­kem Aus­druck singt der sizi­lia­ni­sche Tenor Ivan Magrì die Par­tie des ver­zwei­fel­ten Jaco­po Fos­ca­ri, an sei­ner Sei­te über­zeugt die chi­ne­si­sche Sopra­nis­tin Guan­qun Yu als Ehe­frau Lucre­zia Con­ta­ri­ni. Den zwi­schen Amts­pflich­ten und der Lie­be zur Fami­lie zer­ris­se­nen Dogen ver­kör­pert der legen­dä­re ita­lie­ni­sche Bari­ton Leo Nuc­ci.  

Giu­sep­pe Ver­di: „I due Fos­ca­ri”, Leo Nuc­ci, Guan­qun Yu, Ivan Magrì u.a., Chor des Baye­ri­schen Rund­funks, Münch­ner Rund­funk­or­ches­ter, Ivan Repušić (BR Klas­sik)

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Corina Kolbe
In Berlins Konzertsälen und Opernhäusern ist die freie Musikjournalistin Corina Kolbe seit Jahren zu Hause. Von der Hauptstadt aus steuert die studierte Romanistin oft Richtung Süden, um über Aufführungen in historischen Theatern ihrer zweiten Heimat Italien oder Klassikfestivals in den Schweizer Alpen zu berichten. Ausführliche Interviews mit Künstlern vor und hinter der Bühne runden ihr Portfolio ab.

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