Staatstheater am GärtnerplatzZur Wiedereröffnung

Eröffnungsgala Münchner Gärtnerplatztheater
Foto: Christian Zach

Es ist wieder da! Nach fünfjährigem Umbau hat am 14.10. das Münchner Gärtnerplatztheater mit einer Gala seine Pforten wieder geöffnet!

Mitte 2012 verwandelte sich das Gärtnerplatztheater in eine Großbaustelle, weil die Technik gestrig war, Brand- und Arbeitsschutz nicht mehr ausreichten. Nach mehr als fünf Jahren ist die Zeit seiner mühsamen Wanderschaft mit Gastspielen an Orten vom Deutschen Theater über den Circus Krone bis zur Reithalle vorbei: Das unter König Ludwig II in den Jahren 1864/65 errichtete Zuschauerhaus und der anschließende Bühnenturm wurden stilvoll saniert. Ergänzender Newcomer ist ein Gebäude zwischen Klenze- und Reichenbachstraße für Probebühnen, Werkstätten, Garderoben, Kantine & Co, in die ein Großteil der Gesamtkosten von 121,6 Millionen floss. Hingucker im Obergeschoss ist der Probenraum des Orchesters, in dem das Atelier Achatz Architekten seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte: Mosaikartige, nach außen heraus ragende Fenster lassen Licht in den holzgetäfelten Raum fluten und geben unter transparenten Plexiglas-Klangsegeln den Blick auf den Himmel über München bis zu den Doppeltürmen der St. Maximilian-Kirche hin frei. Ganz unten beschert eine 16 Meter tief ausgeschachtete Baugrube nun zusätzlich Raum für eine Probebühne, die in ihrer Länge und Breite den Dimensionen der Hauptbühne entspricht.

Bis zu einem öffentlichen Besichtigungstermin nach der endgültigen Fertigstellung dieses gänzlich neuen Gebäudeteils müssen sich die Münchner noch gedulden. Doch bereits vor der ersten Vorstellung fand unter dem Motto „Wieder am Platz“ am 8.10. ein Tag des offenen Zuschauerraums statt. Bei zwei glamourösen Galaabenden am 14. und 15.10. bekam das Publikum dann erstmals zu sehen, hören und spüren, wie beflügelt das Ensemble unter Intendant Josef E. Köpplinger in seine Spielzeit 2017/2018 startet. Bereits draußen vor dem Portal des Gärtnerplatztheaters stimmten Stelzenläufer in opulenten Kostümen oder von Kopf bis Fuß als blühende Büsche verkleidet auf den festlichen Anlass ein, während Uniformträger Sekt servierten. Drinnen fungierte die charmant-pointierte Moderation von Sigrid Hauser, die vor allem mit Zitaten zur bewegten Geschichten des Gärtnerplatztheaters von einem Programmpunkt zum nächsten führte, als roter Faden. Mit minimaler Ausstattung, aber maximaler Wirkung traten Sänger, Musiker und Tänzer in wechselnden Konstellationen vom Solo bis zum großen Kinder- und Erwachsenen-Chor auf der rotierenden Drehbühne auf; quer durch alle Genres servierten sie hörens- und sehenswerte Appetithäppchen von Rossini-, Bizet- und Mozart-Arien über Brechts „Kanonensong“ und Filmmusik aus Star Wars bis zum Duett aus Operetten und Liedern aus Erfolgsmusicals wie „Annie Get Your Gun“. Dieses Potpourrie machte nicht nur klar, über wie viel Spiellust und Wandlungsfähigkeit die internationale Künstler-Crew des Gärtnerplatztheaters verfügt. Gleichzeitig weckte es die Neugier auf das erste Programm der Wiedereröffnung, das am 19.10. mit der Premiere von Léhars „Lustiger Witwe“ beginnt, auf die bis Weihnachten am 23.11. die choreographische Uraufführung von „Der Nussknacker“ und am 14.12. das Musical „Priscilla – Königin der Wüste“ folgen.

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Antoinette Schmelter-Kaiser
Drei Studienorte (Freiburg, Paris, München), sieben Umzüge: Antoinette Schmelter-Kaiser ist viel herumgekommen. Für noch mehr Abwechslung sorgt ihr Beruf als Journalistin: Zehn Jahre war sie Redakteurin bei Miss Vogue, ELLE und Allegra. Seit 1998 arbeitet sie als freie Autorin für (Kunden-)Magazine und Internetportale. Kür neben ihrem Pflichtprogramm im Home Office sind Interviews, regelmäßige Besuche von Kulturevents und Reisen.

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