Der Kurven-Star der klassischen Musik

Was ist hier gesucht?

Ich bin der Kurven-Star der klassischen Musik. Meine Kurven geben die Richtung vor. 

Was verbirgt sich hinter diesem Text?

Ich weiß, was Sie jetzt denken! Oh ja, ich weiß es. Aber keine Angst, ich nehme Ihnen das nicht übel. Ich habe sogar Verständnis dafür. Wenn ich Sie wäre, würde ich das auch über mich denken. Nämlich: Oh là là! Was für ein „lecker Schnittchen“. Was für Kurven, was für Rundungen! Ja, man könnte sagen, ich bin der Kurven-Star der klassischen Musik. Ich könnte so etwas wie eine echte Diva sein – wenn ich nur wollte. Nun gut, ich bin keine „sie“. Ich bin nur ein „er“ – das mag vielleicht ein Grund sein, aber doch noch lange kein Hindernis. Denn das Zeug zur Diva hätte ich, allemal. Denn es ist nun einmal so: Ich muss immer ganz vorne stehen. Und dabei ruft niemand: Die Kleinen bitte nach vorne.

Tonangebend

Ich bin das Erste, was ein Musiker sieht. Das ist einfach so. Was fragen Sie mich!? Es ist ein Gesetz. Ich selbst habe mir das doch nicht ausgedacht. Meine Kurven geben einfach die Richtung vor – für alles, was danach kommt. Ich bin, ja man könnte es so sagen, tonangebend. Wenn ich nicht da wäre, könnte Ihnen doch jeder ein X für ein U­ vormachen. Wo kämen wir denn da hin? Ein A könnte plötzlich ein C  sein – oder noch was viel Schlimmeres. Denken Sie mal darüber nach. Jeder könnte plötzlich spielen, was er wollte, und nichts würde mehr zusammenpassen. Wie würden Sie so etwas nennen? Ich nenne es: Chaos. Denn mal ehrlich, nur mit ein paar so dünnen Strichen in der Landschaft kann man noch lange keine Musik machen. Da brauchen sie schon so was wie mich, mit ordentlich was dran.

Etwas zweckmäßig

Aber – trotz meiner Kurven, trotz meiner exponierten Stellung – ich bin bescheiden geblieben. Ehrlich. Ich mache einfach nur meinen Job. Und dafür verzichte ich sogar, wenn es sein muss, auf einen Teil meiner Kurven und Rundungen. Keine Sorge, das hat nichts mit Magerwahn zu tun. Für manche Instrumente ist das einfach nötig. So selbstlos bin ich. Sie interessieren sich aber eigentlich gar nicht für meine Kurven? Sie, Kostverächter. Aber bitte, ich habe auch eine Geschichte. Ich habe sogar Tradition – ein ziemlich lange sogar, so ab um circa 1025. Ja, da staunen Sie. Fragen Sie doch mal diesen Mönch, diesen Lehrer in einer Kathedralschule: Fragen Sie doch diesen Guido von Arezzo. Der wird es Ihnen schon sagen. Im Deutschen klingt mein Name etwas steril. Er schwingt und klingt irgendwie nicht richtig. Er passt gar nicht zu meinem Äußeren. Er klingt etwas zweckmäßig. Im Italienischen ist das schon ganz anders: Chiave – das hat doch mal Klasse, echten Stil.

Wissen Sie, was wir suchen? Die Auflösung finden Sie auf der nächsten Seite!

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