Die Zauberflöte, Die Hochzeit des Figaro, Carmen u.a.

Die zehn beliebtesten und bekanntesten Opern

von Ruth Renée Reif

15. Januar 2022

Mozart – Verdi – Puccini – Der Kanon, der zehn meistgespielten Opern der westlichen Welt ist eng. Das Musiktheater des 20. Jahrhunderts sucht man darin vergebens, ebenso die Barockoper.

Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) und Emanuel Schikaneder

Tamino in der Zauberflöte
Tamino in der Insze­nie­rung der Zau­ber­flöte von August Ever­ding, der an der Staats­oper Unter den Linden die Büh­nen­bilder von aus dem Jahr 1816 rekon­stru­ierte und damit selbst einen Klas­siker des Reper­toires schuf

Wolf­gang Ama­deus Mozarts Oper Die Zau­ber­flöte steht unan­ge­fochten an der Spitze des Kanons. Ihr Erfolg zeich­nete sich bereits bei der Urauf­füh­rung am 30. Sep­tember 1791 im Theater an der Wien ab, die Mozart vom Cem­balo aus lei­tete. Der Erfolg ver­setzte ihn in eupho­ri­sche Stim­mung. Jeden Abend ging er ins Theater, um seine Oper zu hören. Seiner Frau Con­stanze, die sich mit ihrer Schwester in Baden auf­hielt, zählte er in seinen Briefen all die Num­mern auf, die wie­der­holt werden mussten, und er schrieb: „was mich aber am meisten freuet, ist, der Stille bei­fall! – man sieht recht wie sehr und immer mehr diese Oper steigt.“

Marc Chagall und sein Bühnenbild zu Mozarts Oper Die Zauberflöte
1967 stat­tete der Maler Marc Chagall die Insze­nie­rung von Gün­ther Ren­nert an der Metro­po­litan Opera in New York aus.
(Foto: © Metro­po­litan Oper)

Am 16. Januar 1794 brachte Die Zau­ber­flöte am Wei­marer Hof­theater auf die Bühne. Anläss­lich der dritten Auf­füh­rung am 24. Februar teilte er Fried­rich Schlegel mit, sie habe „wieder viele Zuschauer aus der Nach­bar­schaft her­bei­gelockt“. Goethe plante sogar eine Fort­set­zung der Oper, die ursprüng­lich Die Zau­ber­harfe heißen sollte. Was ihm vor­schwebte, war eine gestei­gerte Wie­der­ho­lung von Schi­ka­ne­ders Libretto. 1816 wurde Die Zau­ber­flöte zum ersten Mal in Berlin auf­ge­führt, wofür Karl Fried­rich Schinkel die Büh­nen­bilder schuf. Die Ster­nen­kuppel für den Auf­tritt der Königin der Nacht (Titel­bild des Bei­trags) wurde zum Sinn­bild der Oper. 

Le nozze di Figaro (Die Hochzeit des Figaro) von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) und Lorenzo Da Ponte nach der Komödie La folle journée ou le mariage de Figaro von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais

Die Hochzeit des Figaro an der Met
, und in Mozarts Oper Die Hoch­zeit des Figaro an der Metro­po­litan Opera

Auch an zweiter Stelle steht eine Mozart-Oper – nicht unan­ge­fochten, aber zu Recht. Wie sein Bio­graf May­nard Solomon aus­führt, sei Mozart nach Aus­weis der Da-Ponte-Opern und der Zau­ber­flöte „eine jener sel­tenen Per­sön­lich­keiten gewesen, die gekommen sind, um den Schlaf der Welt zu stören“. Solomon beschreibt Mozarts Uni­versum als „ein Laby­rinth aus Wegen ins Unbe­kannte und Uner­war­tete“. Überall gebe es Erschüt­te­rungen, Sprünge, Risse und Stellen, die nach­geben. „Zynismus und Ernüch­te­rung dringen in seine Vor­sätze ein und unter­graben den glück­li­chen Ausgang.“

Gustaf Gründgens inszeniert Die Hochzeit des Figaro an der Krolloper Berlin
Gustaf Gründ­gens 1931 mit Jar­mila Novotna als Che­ru­bino und Fritz Krenn als Graf Alma­viva bei der Insze­nie­rung von Le nozze di Figaro an der Ber­liner Kroll­oper
(Foto: © Institut für Thea­ter­wis­sen­schaft Berlin)

Nachdem Beaum­ar­chais’ Komödie in Paris enormen Erfolg hatte, wollte Ema­nuel Schi­ka­neder das Stück mit seiner Truppe eben­falls auf­führen. Kaiser Joseph II. aber ver­an­lasste die Zensur dazu ein­zu­greifen. Das Stück als Vor­lage für eine Oper zu ver­wenden, soll von Mozart selbst aus­ge­gangen sein. Wie Solomon aus­führt, hegte Mozart große Erwar­tungen für die Oper. Seine bis dahin ehr­gei­zigste Opera buffa sei es gewesen. Er habe mit ihr in Wett­streit treten wollen mit den großen Werken dieses Genres und gehofft, sie würde ihn in die erste Reihe der Kom­po­nisten ita­lie­ni­scher Opern stellen. Solomon mut­maßt, er habe mit dem großen Erfolg von Gio­vanni Pai­si­ellos Bar­bieri di Siviglia gewett­ei­fert, die damals die popu­lärste Oper in Wien gewesen sei.

1973 insze­nierte Giorgio Strehler Le nozze di Figaro an der Pariser Oper.

Am 1. Mai 1786 fand an der Weiner Hof­oper die Pre­mière statt. Mozart diri­gierte die ersten beiden Auf­füh­rungen vom Cem­balo aus. Über die Frage, ob die Oper ein Erfolg war, wurde viel dis­ku­tiert. Tat­säch­lich mussten so viele Num­mern wie­der­holt werden, dass Joseph II. einen Erlass her­ausgab, dass künftig nur Solo­num­mern wie­der­holt werden dürften. Doch habe es auch Zischen von den Rängen gegeben. Das Publikum habe nicht gewusst, wie es dran sei, ver­merkte ein Kri­tiker. Offenbar gab es eine Gruppe, die sich gegen die Oper ver­schworen hatte, und so konnte sie sich nicht lange auf dem Spiel­plan halten. Bis weit ins 19. Jahr­hun­dert hinein blieb ihr der große Publi­kums­er­folg ver­wehrt, was auch mit den hohen musi­ka­li­schen und sze­ni­schen Ansprü­chen zusammenhing.

Carmen von Georges Bizet (1838–1875) sowie Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der Novelle von Prosper Mérimée

Herbert von Karajans Musikfilm Carmen mit Grace Bumbry in der Titelrolle
Jon Vikers als Don José und Grace Bumbry als Carmen in der Ver­fil­mung der Oper von aus dem Jahr 1967

Der Urauf­füh­rung von Carmen am 3. März 1875 an der Opéra Comique in Paris war kein Erfolg beschieden. Das Werk blieb nur auf dem Spiel­plan, weil der Ruf der Unmoral Neu­gie­rige anzog. Ein Jahr nach Bizets Tod ging die Oper in deut­scher Über­set­zung an der Wiener Hof­oper in Szene. Bizets Freund hatte im Auf­trag des Hof­opern­di­rek­tors Franz Jauner die Dia­loge nach­kom­po­niert. Nach dieser Auf­füh­rung wurde die Oper ein Erfolg und trat ihren Sie­geszug um die Welt an. 1883 war sie auch wieder in Paris zu sehen.

Trailer zum Tanz­film Carmen aus dem Jahr 1983 von Carlos Saura mit Paco de Lucía an der Gitarre.

1966 stellte Her­bert von Karajan bei den Salz­burger Fest­spielen mit Grace Bumbry in der Titel­partie ein Ope­retten- auf die Bühne des Großen Fest­spiel­hauses, das auch im Fern­sehen gezeigt wurde. 1983 brachte der Film­re­gis­seur Carlos Saura den Tanz­film Carmen heraus mit Laura del Sol in der Titel­rolle und Antonio Gades als Cho­reo­graf Antonio. Der Film ver­webte die Hand­lung die Opern­hand­lung mit den Gescheh­nissen im Tanz­ensemble, das sie auf­führen möchte.

La traviata von Giuseppe Verdi (1813–1901) und Francesco Maria Piave nach dem Roman La dame aux camélias von Alexandre Dumas dem Jüngeren

Giu­seppe Verdi las Alex­andre Dumas’ Roman La dame aux camé­lias bald nach dessen Erscheinen und war beein­druckt. 1852 sah er in Paris dann auch noch das Drama, das Dumas nach seinem Roman ange­fer­tigt hatte. Verdi erstellte musi­ka­li­sche Skizzen, ent­warf das Sze­nario und gab es Fran­cesco Maria Piave. Kaum hatte er seinen Trou­ba­dour voll­endet, brachte er in einem Schaf­fens­rausch La tra­viata zu Papier. Inner­halb von 45 Tagen war das Werk vollendet.

2005 bei den Salz­burger Fest­spielen wurden und als Vio­letta und Alfredo Ger­mont in Verdis La tra­viata als Traum­paar gefiert.

Bei der Urauf­füh­rung am 6. März 1853 im Teatro La Fenice in fiel die Oper durch. Die Sän­gerin Fanny Sal­vini-Dona­telli als schwind­süch­tige Vio­letta konnte das Publikum nicht über­zeugen. Verdi sprach von einem „Fiasko“. Erst im zweiten Anlauf, ein Jahr später, am vene­zia­ni­schen Teatro San Bene­detto glückte mit Maria Spezia der Erfolg. 1960 nahm Walter Fel­sen­stein mit seiner Insze­nie­rung und einer eigenen Über­set­zung an der Komi­schen Oper eine sozi­al­kri­ti­sche Durch­leuch­tung vor.

La Bohème von Giacomo Puccini (1858–1924) mit Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach dem Roman Scènes de la vie de bohème von Henri Murger

als Mimi und Michael Fabiano als Rodolfo 2018 an der Metro­po­litan Opera in der Wie­der­auf­nahme von Franco Zef­firellis Insze­nie­rung aus dem Jahr 1963
(Foto: © Ken Howard / Metro­po­litan Opera)

Die Urauf­füh­rung von La Bohème am 1. Februar 1895 im Teatro Regio von Turin unter war kein rau­schender Erfolg. Auch eine wei­tere Insze­nie­rung in war nicht erfolg­reich. Erst zwei Monate später in gelang der Durch­bruch. Im deut­schen Sprach­raum gab es eben­falls Anlauf­schwie­rig­keiten. Nach der Wiener Erst­auf­füh­rung 1897 wet­terte der Kri­tiker Eduard Hanslick über die „har­mo­ni­schen Scheußlichkeiten“.

1963 insze­nierte Franco Zef­firelli mit Mirella Freni La Bohème an der Mai­länder Scala und schuf eine Mus­ter­in­sze­nie­rung, die in vielen Städten gezeigt wurde.

Dann aber war der Erfolg nicht mehr auf­zu­halten. 1963 insze­nierte Franco Zef­firelli mit Her­bert von Karajan am Pult die Oper, und diese Regie­ar­beit mit Mirella Freni als Mimi wurde in Mai­land, Wien, und Salz­burg gezeigt und auch verfilmt.

Aida von Giuseppe Verdi (1813–1901) von Antonio Ghislanzoni nach einer Erzählung von Auguste Mariette

Aida in der Arena di Verona
Blieb lange Zeit die meist­ge­spielte Oper: Aida in der Arena di

Aida ent­hält alles, was man von einer Großen Oper erwartet: pracht­volle Chor­szenen, wun­der­volle Arien, lyri­sche Duette sowie ein exo­ti­sches Kolorit. Der Tri­um­phakt mit den schmet­ternden Fan­faren und den 20-fach geteilten Chören gilt als Höhe­punkt Großer Oper. Bereits vor seiner Urauf­füh­rung erregte das Werk Auf­sehen, und der Tri­umph der Urauf­füh­rung am 24. Dezember 1871 am Opern­haus Kairo, das sich der Khe­dive Ismail Pascha hatte bauen lassen, ver­brei­tete sich um die Welt. So wurde die Oper zeit­weilig nicht nur Verdis erfolgs­reichste, son­dern auch die meist­ge­spielte der Welt.

Trailer der Aida-Ver­fil­mung von Cle­mente Fra­cassi mit Sophia Loren in der Titelrolle

1953 ver­filmte Cle­mente Fra­cassi die Oper Aida mit Sophia Loren als Aida, die von gedou­belt wurde und Louis Max­well als Rad­amès, dem Giu­seppe Cam­pora seine Gesangs­stimme lieh. 1958 debü­tierte Leon­tyne Price unter Her­bert von Karajan als Aida an der und fand in dem Werk ihre Glanz­rolle. 1963 brachte Franco Zef­firelli Aida in der Aus­stat­tung der Urauf­füh­rung mit Tän­zern und Pferden auf die Bühne der Mai­länder Scala. Auch in der blieb Aida in den ersten 50 Jahren nach ihrer Urauf­füh­rung die meist­ge­spielte Oper.

Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) und Lorenzo da Ponte nach dem Drama Don Giovanni Tenorio von Giuseppe Bertati

Francisco d’Andrade als Don Giovanni
Der Bariton Fran­cisco d’Andrade als Don Gio­vanni in der Cham­pa­gne­rarie, gemalt von Max Slevogt

Bis zur letzten Minute arbei­tete Wolf­gang Ama­deus Mozart an der Ouver­türe zu Don Gio­vanni. Die Kopisten wurden nur mit Mühe bis zur Vor­stel­lung fertig, und das Orchester spielte vom Blatt. „Es sind zwar viele Noten unter die Pulte gefallen, aber die Ouver­türe ist doch recht gut von Statten gegangen“, meinte Mozart dazu. Auch da Ponte war da, um mit Mozart die letzte Fein­ar­beit an dem Werk zu leisten.

Thomas Hampson als Don Giovanni
als Don Gio­vanni und Isabel Bay­rak­da­rian als Zer­lina in der Insze­nie­rung von Martin Kušej bei den Salz­burger Pfingst­fest­spielen 2006
(Foto: Hans Jörg Michel / )

Bei der Urauf­füh­rung am 29. Oktober 1787 im Gräf­lich Nostitz­schen Natio­nal­theater in wurde Mozart enthu­si­as­tisch gefeiert. Don Gio­vanni wurde laut des Musik­kri­ti­kers Franz Xaver Nie­met­scheks „die Lieb­lings­oper des bes­sern Publi­kums in Prag“.

Trailer zur Don-Gio­vanni-Insze­nie­rung von bei den Salz­burger Fest­spielen 2021

Große Tenöre rissen sich um die Rolle. Eber­hard Wächter, , Her­mann Prey, Theo Adam, Thomas Hampson – sie alle standen als Don Gio­vanni auf der Bühne. Fran­cisco d’Andrade sang die Partie 1892 an der Ham­burger Staats­oper unter . Bei den Salz­burger Fest­spielen 2021 erregten der Regis­seur Romeo Castel­lucci und der Diri­gent Teodor Cur­r­entzis mit ihrem Don Gio­vanni erneut Aufsehen.

Tosca von Giacomo Puccini (1858–1924) sowie Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach dem Drama La Tosca von Victorien Sardou

Anja Harteros als Tosca
als Tosca in der Insze­nie­rung von Bole­slaw Barlog an der Deut­schen Oper Berlin
(Foto: © Bet­tina Stöß)

Gia­como Puc­cini sah das Drama La Tosca von Vic­to­rien Sardou mit Sarah Bern­hardt in der Titel­rolle und wusste, dass er den Stoff ver­opern wollte. Aller­dings waren noch andere Kom­po­nisten, dar­unter auch Verdi, daran inter­es­siert. Mit Hilfe des Ver­le­gers Giulio Ricordi gelang es Puc­cini, den Stoff für sich zu ergat­tern. Anschlie­ßend folgte noch ein Ringen mit Sardou um das Libretto.

1964 am London Opera House in der Titel­rolle von Puc­cinis Tosca singt das Gebet „Vissi d’“.

Die Urauf­füh­rung am 14. Januar 1900 im Teatro Con­stanzi in Rom fand wäh­rend einer unsi­cheren poli­ti­schen Lage statt. Das Publikum war beun­ru­higt und ver­wei­gerte dem Musik­drama seine ein­hel­lige Zustim­mung. Auch bei der deut­schen Erst­auf­füh­rung in las man von der „Miss­ge­burt einer scheuß­li­chen, krassen Schau­er­ge­schichte“. Doch das hielt den Erfolgszug von Tosca nicht auf. Maria Jeritza sang das Gebet „Vissi d’arte“ (Nur der Schön­heit) erst­mals bäuch­lings lie­gend, was von Leonie Rys­anek über­nommen wurde.

Lohengrin von Richard Wagner (1813–1883)

Peter Hofmann als Lohengrin
Peter Hof­mann als Schwa­nen­ritter Lohengrin

Nachdem die Dresdner Oper Lohen­grin auf­grund von Wag­ners revo­lu­tio­närer, poli­ti­scher Betä­ti­gung zurück­ge­wiesen hatte und Wagner zu den Ver­bannten gehörte, die das Land ver­lassen mussten, blieb ihm nur als Hoff­nung. Und der Freund ent­täuschte nicht. Er brachte Lohen­grin am 28. August 1850 zur Feier von Goe­thes 101. Geburtstag zur Urauf­füh­rung. Wagner ver­folgte im Exil in die Auf­füh­rung im Geiste mit. Die Oper war von Anfang an ein Rie­sen­er­folg, und Wagner schrieb an , er sei bald der ein­zige in , der sie nicht gesehen habe.

Lohengrin, inszeniert von Wieland Wagner, bei den Bayreuther Festspielen
Richard Wag­ners Lohen­grin in der Insze­nie­rung seines Enkels Wie­land Wagner bei den Bay­reu­ther Fest­spielen 1958
(Foto: © Richard Wagner Museum)

Kron­prinz Ludwig soll die roman­ti­sche Oper zu Tränen gerührt haben und damals bereits in ihm den Wunsch geweckt haben, mit Wagner in Ver­bin­dung zu treten. Seine Schwär­merei für den Schwa­nen­ritter löste in Mün­chen eine Mode­welle aus. Auch Kaiser Wil­helm II. und Adolf Hitler begeis­terten sich für die Oper. 1958 setzte Wie­land Wagner sie bei den Bay­reu­ther Fest­spielen als Mys­te­ri­en­spiel mit Sandor Konya als Lohen­grin und Leonie Rys­anek als Elsa und einem bewe­gungs­losen Chor in Szene.

Il barbiere di Siviglia von Gioachino Rossini (1792–1868) und Cesare Sterbini nach dem Lustspiel Le barbier de Séville von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais

Her­mann Prey in Jean-Pierre Ponelles Insze­nie­rung von Gio­a­chino Ros­sinis Il bar­biere di Siviglia

Die Urauf­füh­rung von Gio­a­chino Ros­sinis Il bar­biere di Siviglia am 20. Februar 1816 am Teatro Argen­tina in Rom, die unter dem Titel Alma­viva o sia L’inutile pre­cau­zione (Alma­viva oder die unnütze Vor­sicht) statt­fand und von Ros­sini diri­giert wurde, miss­glückte. Alles ging schief. Dem Sänger des Alma­viva riss wäh­rend seines Ständ­chens eine Gitar­ren­saite. Der Sänger des Basilio stol­perte, stürzte auf der Bühne und musste sich wäh­rend der Ver­leum­dungs­arie das Blut vom Gesicht wischen. Und wäh­rend des Finales kam eine Katze auf die Bühne. Zudem störten die Anhänger von Gio­vanni Pai­si­ello, der 1782 den Stoff bereits ver­opert hatte, jede Nummer, obwohl Ros­sini bei dem alten Meister ange­fragt hatte und zur Urauf­füh­rung eine Erklä­rung her­ausgab, dass er keine Riva­lität mit Pai­si­ello wolle. Erst der zweite Abend, den Ros­sini nicht mehr diri­gierte und an dem er zu Hause blieb, brachte den Erfolg. Und dieser Erfolg blieb dem Werk fortan treu.

Trailer zu Il bar­biere di Siviglia an der Staats­oper Unter den Linden in der Insze­nie­rung von Ruth Berg­haus aus dem Jahr 1968

1968 insze­nierte Ruth Berg­haus mit dem Bühnen- und Kos­tüm­bildner Achim Freyer Il bar­biere di Siviglia an der Staats­oper Unter den Linden. Ihre Regie­ar­beit über­lebte Genera­tionen und brach alle Rekorde. Sie hat über 20 Jahre DDR-Geschichte und über 30 Jahre Deut­sche Ein­heit hinter sich.