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Tempo, Origi­na­lität und Witz

von crescendo Redaktion

30. September 2020

Mein Onkel wollte mich als Kastrat ausbilden lassen, doch zum Glück protestierte meine Mutter.

Am Schalttag geboren, wuchs ich als Sohn eines Trom­pe­ters und einer Sängerin auf und spielte schon als Klein­kind Triangel in der Stadt­ka­pelle. Mein Onkel sah mein musi­ka­li­sches Talent und wollte mich als Kastrat ausbilden lassen, doch zum Glück protes­tierte meine Mutter, und so begann ich mit 14 mein Studium am Konser­va­to­rium. Vier Jahre später schmiss ich alles hin, ich dachte, genug gelernt zu haben, und mein früher Erfolg gab meiner jugend­li­chen Selbst­über­schät­zung recht.

Von Neapel über Wien und London nach Paris

Ich erhielt sofort große Aufträge und schrieb in jungen Jahren bereits Sinfo­nien, Kantaten und Opern. Eine Ouver­türe stellte ich aber viel zu spät fertig, sodass ich am Tag der Urauf­füh­rung gefangen gehalten wurde, um die letzten Takte zu schreiben. Mein Origi­nal­text wurde Blatt für Blatt den Kopisten aus dem Fenster zuge­worfen, und falls das Noten­pa­pier ausbleiben sollte, hatten vier Maschi­nisten den Befehl, mich selbst aus dem Fenster zu werfen. Mein Werk wurde ein Erfolg, ich über­lebte und schuf 40 Bühnen­werke voller Tempo, Origi­na­lität und Witz, die mich von über und London nach Paris führten.

Ritter der Ehren­le­gion

Am fran­zö­si­schen Hof wurde ich sogar zum Ritter der Ehren­le­gion geschlagen. Die Juli­re­vo­lu­tion zwang mich in die Arbeits­lo­sig­keit, und ich stürzte in eine Schaf­fens­krise, die zu einer Nerven­er­kran­kung mit Gehör­täu­schungen und Schlaf­lo­sig­keit führte. Außerdem litt ich an einer Geschlechts­krank­heit. Einige Jahre später gewann ich meinen Lebensmut zurück, widmete mich wieder leiden­schaft­lich dem Kompo­nieren und öffnete mein Haus für Lite­raten, Maler und Musiker. Wir führten geist­reiche Gespräche, lachten, tanzten und aßen wahre Fest­mähler. „Denn ich kenne keine wunder­ba­rere Beschäf­ti­gung als das . Für den Magen ist Appetit dasselbe wie Liebe für das Herz. Essen, Lieben, Singen, Verdauen sind wirk­lich die vier Akte der komi­schen Oper.“

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