Grauenvoll und blutig

Rätsel: Wer ist hier gesucht?

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Es ist nicht einfach, die Erste zu sein. Vor allem dann, wenn man gewisse Herren dabei arbeitslos gemacht hat. 

Wer verbirgt sich hinter diesem Text?

Mein lieber Händel, ist das wirklich dein Ernst? Zwei Frauen, gleichzeitig? Die auch noch voneinander wissen! Hast du etwa nichts aus der Geschichte gelernt? Ist so etwas denn jemals gut ausgegangen? Hat die eifersüchtige Hera etwa jemals tatenlos zugesehen, während ihr Göttergatte Zeus sich hier und da vergnügte, mit dieser und jener unglückseligen Dame? Eine Spur der Verwüstung hat sie hinterlassen, Dutzende Verwunschene und Unglückliche. 

Was für eine Schande

Dionysos, Lamia, Semele, Io, Leto – die Liste ist lang. Oh lieber, guter Händel, du hättest es kommen sehen können! Zwei Frauen sind eben eine zu viel, grundsätzlich. Grauenvoll und blutig soll es zwischen den beiden Damen zugegangen sein, so berichten es zumindest Zeitzeugen. Als Schlampe und Hure sollen sie sich gegenseitig bezeichnet haben. So etwas war noch nie besonders schön, weder damals noch heute. Dabei ging es nicht einmal um schnöde Liebe. Es ging um viel mehr: um die hohe Kunst. Um Musik! Was für eine Schande. Zickenkrieg würde man heute wohl Neudeutsch dazu sagen. 

Ein Stück Unsterblichkeit

Den Zickenkrieg haben die beiden Damen aber weder erfunden noch für sich gepachtet. In diesem Punkt bist du also entlastet, lieber Händel. Wahrscheinlich gehört das einfach dazu, wenn man diesen Titel tragen will. Denn es kann nur eine geben. Nicht nur in den schottischen Highlands, sondern auch auf der Bühne – und gerade dort. Schließlich geht es auch hier um ein Stück Unsterblichkeit. Zuverlässig gab es deshalb auch immer wieder Zwei, die dem Vorbild nachgeeifert haben. Ob nun tatsächlich oder nur vermeintlich, in jeden Fall war es ein gefundenes Fressen für die Presse. Ach war das nicht ein herrlicher Spaß, als die eine sich selbst mit Champagner und die Konkurrentin mit Coca-Cola verglich. Das eine edel und prickelnd. Das andere süß und klebrig. Was für ein Skandal. Dabei war doch aber alles ganz anders! Champagner und Cognac – das war der Mix. Und was für einer, tatsächlich ein Unsterblicher. Als Cocktail allerdings auch irgendwie ungenießbar.

So ist das Leben

Es ist halt nicht einfach, die Erste zu sein. Vor allem dann, wenn man gewisse Herren dabei arbeitslos gemacht hat. Man kann eben nicht aufsteigen, ohne dass dabei andere auf der Strecke bleiben. So ist das Leben. Vielleicht war es auch einfach an der Zeit, für richtige Frauen. Auf den Vorwurf, sie verdiene mit einem einzigen Konzert mehr als der amerikanische Präsident im ganzen Jahr, entgegnete eine von ihnen einmal kühl: „Let him sing“.

Wissen Sie, was wir suchen? Die Auflösung finden Sie auf der nächsten Seite!

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