Der Klarinettist verrät uns seine Lieblingsaufnahmen.

Vivaldi“ betitelt der Klarinettist Martin Fröst sein neues Album, das er mit dem Concerto Köln aufgenommen hat. Mit dem Komponisten Andreas N. Tarkmann schuf er dafür aus Vivaldis Opern und Oratoriengesängen drei neue Klarinettenkonzerte.

Schuf drei neue Vivaldi-Klarinettenkonzerte: Martin Fröst
Schuf nach Antonio Vivaldis Opern und Oratorien drei neue Klarinettenkonzerte: Martin Fröst
(Foto oben und Foto: Szenenbild aus Sony-Trailer)

Neuschöpfung der Vergangenheit

In Werken Neuer Musik, erläutert Fröst das Projekt, höre er mitunter Schichten der Vergangenheit. Die gesamte Musikgeschichte sammle sich in einem neuen Werk. Wie Literatur aus Literatur entsteht, kommt auch der Musik die Eigenschaft eines Steinbruchs zu. Komponierte Musik wird zum Material für neue Kompositionen. Fröst beschreibt es als faszinierendes Gefühl, Kreuzungen in der Musikgeschichte zu entdecken, an denen Vergangenheit und Gegenwart zusammentreffen und zu erkennen, wie Musik immer wieder erschaffen werde. „Auf diese Weise schaffen wir die Musikgeschichte“, betont er.

Unternahm mit seinem Album „Vivaldi“ eine Reise in die Barockzeit: Martin Fröst
Unternahm mit seinem Album „Vivaldi“ eine Reise in die Barockzeit: Martin Fröst
(Foto: Szenenbild aus Sony-Trailer)

Sein Album sieht er als eine Neuschöpfung der Vergangenheit. Ausgangspunkt sei die Frage gewesen, was Vivaldi komponiert hätte, wenn er nicht nur eine Schalmei, sondern bereits eine technisch entwickelte Klarinette gehabt hätte. „Das Album war eine fantastische Reise für mich,“ sagt Fröst.

Martin Fröst: „Vivaldi“, Concerto Köln (Sony Classical)
Zu beziehen u.a. bei: www.amazon.de
Und anzuhören in der NML

Mehr über den Klarinettisten Martin Fröst und sein neues Album unter: www.martinfrost.se

1Claudio Arrau: Beethoven Klavierkonzert Nr. 4

Claudio Arrau Cover


Mit dieser Musik kann ich mich völlig identifizieren.
Anzuhören in der NML.

2Anna Moffo: Rachmaninoffs Vocalise (live)

Anna Moffo Cover


Wunderbar – hören Sie es sich einfach an!
Anzuhören in der NML.

3Teodor Currentzis: Mahlers Sechste Sinfonie mit MusicAeterna und seine Mozart-Opern

Teodor Currentzis Cover


Currentzis hat eine faszinierende Obsession, die musikalischen Details richtig zu gestalten – er ist der Dirigent der Zukunft und genau die Art von Musiker, die die Klassik heute braucht.
Anzuhören in der NML.

4Janine Jansen: Bach (Inventionen und Partiten)

Janine Jansen Cover


Wie ein wilder Vogel, der sehr hoch fliegt. Wahre Schönheit!
Anzuhören in der NML.

5Iván Fischers eigenes Arrangement von Brahms’ Ungarischen Tänzen (mit dem Budapest Festival Orchestra)

Iván Fischer Cover


Großartige Bearbeitungen von einem großartigen Dirigenten.
Anzuhören in der NML.

6Prince: Solo vom Album „Come“

Prince Cover


Ein relativ unbekannter Song, Prince singt hier A Cappella und nutzt seine Stimme, wie niemand sonst in diesem Genre es kann.

7Die Arie Vedrò con mio diletto aus Philippe Jarousskys Vivaldi-Album „Heroes“ mit Jean-Christophe Spinosi

Philippe Jaroussky


Expressiv, zerbrechlich, subtil und aggressiv in einer raren Kombination.
Anzuhören in der NML.

8Géza Anda: Bartók Klavierkonzert Nr. 3

Géza Anda Cover


Bei den Gedenkkonzerten zu Andas Geburtstag habe ich dreimal hintereinander gespielt, als ich Mitte 20 war, und so seine Art zu spielen kennengelernt. Bei dieser Gelegenheit lernte ich auch den Dirigenten und Mäzen Paul Sacher kennen, der mir erzählte, wie er dabei half, Musikgeschichte zu schreiben. So bekam ich eine  persönliche Verbindung zu Andas Aufnahmen.
Anzuhören in der NML.

Vorheriger ArtikelHalle feiert „Händel Day“ im Internet
Nächster ArtikelEs geht wieder los, aber es ist noch nicht vorbei
Maria Goeth
Sie ist eine "eierlegende Wollmilchsau" des Opern- und Konzertbetriebs: Maria Goeth wirkte als Dramaturgin, Regisseurin und Kuratorin, aber auch als Moderatorin, Gastspielleiterin und Inspizientin. Festanstellungen führten sie u.a. ins Orchestermanagement der Bayerischen Staatsoper, als Konzertdramaturgin ans Theater Heidelberg und ins Projektmanagement von „Jugend musiziert“. Darüber hinaus übernimmt die promovierte Musikwissenschaftlerin immer wieder Lehraufträge an der LMU München. Seit 2016 arbeitet Maria Goeth bei CRESCENDO, seit 2017 ist sie Leitende Redakteurin.

Artikel kommentieren

Please enter your comment!
Please enter your name here