Aribert Reimann

Aribert Reimann, 1936 in Berlin geboren, gehört zu den bedeutendsten Komponisten der Gegenwart.

Seine musikalische Laufbahn begann Reimann auf Anraten seiner Mutter als Pianist. In seinen beiden Hauptgattungen, Oper und Lied, vertonte er literarische Vorlagen von antiken, romantischen und zeitgenössischen Dichtern.

1959 komponierte er das dreiaktige Ballett Stoffreste. Das Libretto verfasste Günter Grass. Die Uraufführung erfolgte am Opernhaus Essen. Die Oper Ein Traumspiel, die Reimann 1964 nach dem gleichnamigen Schauspiel von August Strindberg schrieb, kam in Kiel zur Uraufführung. Darauf folgte 1970 Melusine nach dem gleichnamigen Schauspiel von Yvan Goll. Melusine erlebte bei den Schwetzinger Festspielen ihre Uraufführung. Im selben Jahr vertonte Reimann abermals ein Libretto von Grass. Dieses Ballett Die Vogelscheuchen brachte die Deutsche Oper Berlin zur Uraufführung.

Mit der Oper Lear nach William Shakespeares Drama, die 1978 mit Erich Fischer-Dieskau in der Titelrolle an der Bayerischen Staatsoper erstmals auf die Bühne kam, erlangte er breite Aufmerksamkeit. „Reimanns Tonsprache ist nun – anders als in seinen früheren Opern – gänzlich den vokalen Mitteln und Möglichkeiten untergeordnet, die er technisch, musikalisch und dynamisch an ihre Grenzen treibt“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer Kritik. 1983 entstand Die Gespenstersonate nach dem Kammerspiel von August Strindberg, die das Berliner Hebbel-Theater aus der Taufe hob.

Zur Eröffnung der Münchner Opernfestspiele 1986 kam Troades nach Euripides’ Drama Die Troerinnen zur Uraufführung. Anlässlich der Eröffnung der Berliner Festwochen stand 1992die Uraufführung der Oper Das Schloss nach dem gleichnamigen Romanfragment von Franz Kafka auf dem Spielplan der Deutschen Oper Berlin. Mit dieser Oper war Reimann nach den Worten der Kritik „ein großer Wurf“ gelungen.

Erneut an der Bayerischen Staatsoper fand im Jahr 2000 die Uraufführung der Oper Bernarda Albas Haus nach der gleichnamigen Tragödie von Federico García Lorca statt. Nach einer Kritikerumfrage kürte man sie zur Uraufführung des Jahres. Mit Marlis Petersen in der Titelrolle beschloss 2010 die Uraufführung der Oper Medea nach Franz Grillparzers Das goldene Vlies die 19 Jahre währende Intendanz von Ioan Holender an der Wiener Staatsoper. 2017 kam an der Deutschen Oper Berlin die Trilogie lyrique L’invisible nach Maurice Maeterlinck zur Uraufführung.

Aribert Reimann bekam für sein kompositorisches Schaffen zahlreiche Auszeichnungen. 2011 erhielt er den Siemens-Musikpreis. In ihrer Begründung würdigte ihn die Stiftung als „unumstrittenen Meister der Vokalmusik“ und einen der meistgespielten lebenden Komponisten der Welt.