Raphaela Gromes interpretiert mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Nicholas Carter romantische Cellokonzerte von Julius Klengel, Clara und Robert Schumann sowie Johannes Brahms.

Nicht nur ist Raphaela Gromes eine gefeierte, junge Cellistin – gerade wurde sie mit ihrem Duopartner Julian Riem mit dem Opus Klassik gewürdigt –, sie setzt sich auch für vergessenes Repertoire ein. Auf ihrem Album ist die Weltersteinspielung des Dritten Cellokonzerts von Julius Klengel zu hören – einem Spätromantiker aus Leipzig und seinerzeit selbst europaweit gefeiertes Cello-Wunderkind und geschätzter Komponist. Klengels Konzert, das sich irgendwo zwischen Mendelssohn und Wagner bewegt, am Ende sogar mit rauschend ungarisch anmutendem Feuer tanzt, kann sich neben den großen Romantikern durchaus hören lassen. 

Kammermusik-Preziosen

Und Gromes interpretiert mit Leichtigkeit, Virtuosität und warmem Klang von wohltuender Unmittelbarkeit, wozu ihr das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Nicholas Carter ein Partner auf Augenhöhe ist. Auf das Klengel-Konzert folgt – nach einer hörenswerten frühen Orchesterromanze von Richard Strauss – mit Schumanns Cellokonzert a‑Moll der Inbegriff des romantischen Cellokonzerts schlechthin, das Gromes innig und klangschön musiziert. Gut löst sich die Idee ein, die Orchesterwerke am Ende um ein paar Kammermusik-Preziosen von Robert und Clara Schumann sowie Johannes Brahms zu bereichern. Am Klavier sitzt dabei natürlich Duopartner Julian Riem.

„Romantic Cello Concertos“, Raphaela Gromes, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Nicholas Carter (Sony)

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Maria Goeth
Als Fünfjährige schockverliebte sie sich in den Klang einer Mozart-Kassette. Seit dem brennt Maria Goeth für den Opern- und Konzertbetrieb und schlüpfte dort schon in fast jede erdenkliche Rolle: Sie wirkte als Dramaturgin, Kuratorin und Konzertdesignerin aber auch als Regisseurin, Sprecherin und Musikmanagerin. Festanstellungen führten sie u.a. ins Orchestermanagement der Bayerischen Staatsoper, als Konzertdramaturgin ans Theater Heidelberg und ins Projektmanagement von „Jugend musiziert“. Darüber hinaus übernimmt die promovierte Musikwissenschaftlerin immer wieder Lehraufträge an der LMU München. Seit 2016 arbeitet Maria Goeth bei CRESCENDO, seit 2017 ist sie Leitende Redakteurin.