Robert Stadlober

Poesie des Wider­stands

von Dorothea Walchshäusl

28. Oktober 2021

Robert Stadlober vertonte für das Album „Vom Aufstoßen der Fenster“ Gedichte von Stefan Heym.

„Ich aber ging über die Grenze. Nichts nahm ich mit mir als meinen Hass…“ – so beginnt ein Gedicht des Schrift­stel­lers Helmut Flieg, der unter dem Namen Stefan Heym ebenso bekannt wie disku­tiert war und als streit­barer Intel­lek­tu­eller mit starken Worten gegen Unter­drü­ckung und das Ziehen von Grenzen kämpfte. Der Schau­spieler und Sänger hat in Heym einen Seelen­ver­wandten gefunden.

Einblick in das Album „Heym – Vom Aufstoßen der Fenster“ von Robert Stad­lober

Für das poeti­sche Album „Vom Aufstoßen der Fenster“ hat er nun einige der frühen Gedichte des Künst­lers vertont, deren inten­siver Inhalt und kraft­voller Gestus mittels der Musik eindrucks­voll zum Hörer spre­chen. In melan­cho­li­schen, sinn­li­chen Klang­farben gehalten, span­nend instru­men­tiert und hinge­bungs­voll durch­drungen, inter­pre­tieren Stad­lober und seine Kollegen Klara Deutsch­mann und Daniel Moheit die Texte Heyms als zeit­lose Schöp­fungen von über­ra­schender Aktua­lität und exis­ten­zi­eller Dimen­sion. Liebe und Hass, Leben und Tod stehen dabei direkt neben­ein­ander – am Ende aber bleibt die Hoff­nung.