Die­se Hoch­zeits­mu­si­ken sind ein Who is Who für die Resi­den­zen zwi­schen Els­ter und Elbe. Feu­da­le Paa­re wie Mag­da­le­na Sibyl­la von Sach­sen und Fried­rich Wil­helm von Sach­sen-Alten­burg gehör­ten zu den Adres­sa­ten wie auch Schütz‘ Bru­der Georg und des­sen Braut Anna Gro­ße in Leip­zig. In Kür­ze voll­endet sich die auf 21 CDs pro­jek­tier­te Edi­ti­on von Hein­rich Schütz‘ Gesamt­werk, in der Hans-Chris­toph Rade­mann den Kom­po­nis­ten an der Schwel­le zum Barock von sei­nem pom­pös-düs­te­ren Image befrei­en will. Das gelingt ihm mit den glän­zen­den Inter­pre­ten, weil er die kur­zen Stü­cke und Madri­ga­le wie Ach, wie soll ich doch in Freu­den leben mit Genau­ig­keit und dabei fle­xi­bler Trans­pa­renz zum Klin­gen bringt. Zügig geat­me­te Bewe­gung und wache Klar­heit revi­die­ren das Bild von Hein­rich Schütz tat­säch­lich: Aus den Wer­ken spricht eine gegen die Kata­stro­phen des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges gerich­te­te Daseins- und Sin­nen­freu­de.

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Roland H. Dippel brennt für Kontraste im groß(artig)en wie im klein(formatig)en Musik-, Tanz- und Konzert-Theater. Auf Entdeckungsreisen zu idyllischen Nischen und verwegenen Momenten folgt er freudig apollinischen Verheißungen und dionysischen Lockrufen. Boulevard, Belcanto, Brauchtum, ästhetische Exzesse in Literatur und Kunst sind Ziele seiner realen und fiktiven Abenteuer-Streifzüge. Er schätzt greifbare Bücher mehr als E-Books.

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