Alessandra Barabaschi begibt sich in ihrem Buch auf die Spuren des Geigenbauers Antonio Stradivari aus Cremona. 

Knapp 400 Gramm wiegen sie und bestehen aus 100 oft nur wenige Millimeter dicken Teilen. Ihre schönen Namen wie „Lady Tennant“, „Sleeping Beauty“, „La Cathédrale“, „Lord Dunn Raven“, „Swan Song“ oder „Messiah“ lassen spannende Geschichten erahnen. Hunderte Violinen baute Antonio Stradivari. Etliche wurden gestohlen, andere verschwanden auf dem Dachboden. Ihr Mythos bleibt. 2011 bezahlte ein Unbekannter bei einer Internetauktion 11 Millionen Euro für „Lady Blunt“. Was macht sie zum Spekulationsobjekt? Woher kommt ihr Wohlklang, von dem viele meinen, er sei unübertrefflich? Ist es der Lack, das Holz? Der Grad der Wölbung zwischen Decke und Boden des Instruments? Und kann es sein, dass ein kleiner im Instrument eingeklebter Zettel darüber entscheidet, ob es sich überhaupt um eine echte „Strad“ handelt? „‚Mein’ Stradivari ist kein Zauberer“, stellt die Kunsthistorikerin Alessandra Barabaschi zu Beginn ihres Buches klar und begibt sich auf die Spuren eines Handwerkers aus Cremona, der mit der Fertigung von Kerzenständer und Altären begann, bevor er Fürstenhöfe und Päpste mit Instrumenten belieferte.

Alessandra Barabaschi: „Stradivari. Die Geschichte einer Legende“ (Böhlau Verlag)

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„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

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