Alfred A. Fassbind legt eine Biografie von Joseph Schmidt vor und zeichnet darin alle Höhen und Tiefen im Leben des Tenors nach. 

Anders als seinem kollegialen Freund Richard Tauber oder dem ebenfalls tragisch früh verstorbenen Fritz Wunderlich wurde Joseph Schmidt bis heute nur ein erstaunlich überschaubarer Nachruhm zuteil. Nun hat der Schweizer Autor Alfred A. Fassbind, selbst lange als Tenor unterwegs, eine in jeder Hinsicht bemerkenswerte Biografie Schmidts vorgelegt, in der er dessen wechselvolle, ja dramatische, Vita mit all ihren Höhen und Tiefen nachzeichnet. Geboren 1904 in der Bukowina, führte sein Weg ihn nach Berlin, wo Schmidt vom sich gerade zum Massenmedium entwickelnden Rundfunk entdeckt wurde und bald eine nationale und zunehmend internationale Berühmtheit erlangte und das Attribut „deutscher Caruso“ verpasst bekam.

Jahrelange dramatische Flucht 

Wegen seiner geringen Körpergröße für die Opernbühne ungeeignet, feierte er Triumphe mit zahllosen Rundfunkübertragungen, Konzerten und Musikfilmen, bis das NS-Regime seine Karriere als jüdischer Künstler jäh beendete. Einigen Jahren in Wien schloss sich eine jahrelange dramatische Flucht durch halb Europa an, bis er 1942, seelisch und körperlich zerrüttet, mit erst 38 Jahren in einem Schweizer Flüchtlingslager starb. Mit seinem penibel recherchierten und flüssig erzählten Buch, abgerundet durch zahlreiche Briefe, Pressezitate und andere Quellen sowie ein umfangreiches Register, ist Fassbind eine eindrucksvolle Würdigung dieser großartigen Künstlerpersönlichkeit gelungen.

Alfred A. Fassbind: „Joseph Schmidt – Sein Lied ging um die Welt“ (Rüffer & Rub)

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