Brad Mehldau

Jenseits ästhe­ti­scher Barrieren

von Christoph Schlüren

14. August 2021

Brad Mehldau schlägt als Jazzpianist mit dem Orpheus Chamber Orchestra auf dem Album „Variations on a Melancholy Theme“ einen Bogen von Brahms bis in die Gegenwart.

hat sich nach anfäng­li­cher Orien­tie­rung an und zu einem der groß­ar­tigsten Jazz­pia­nisten unserer Zeit mit unver­kennbar eigenem, lyrisch poly­fonem Stil entwi­ckelt.

Hörein­drücke aus dem Album „Varia­tions on a Melan­choly Theme“ von Brad Mehldau und dem Orpheus Chamber Orchestra

Der Zyklus „Varia­tions on a Melan­choly Theme“ für Klavier und Kammer­or­chester ist ein höchst reiz­voller Stilmix, der gewis­ser­maßen an die amal­ga­mie­rende Haltung von Vorläu­fern wie Milhaud, Eisler, Schosta­ko­witsch oder anknüpft und diese in heutiger Weise tran­szen­diert. In seinen Worten soll diese Musik, die quasi beginnt, als wäre sie gerade fast zu Ende gekommen, etwa so klingen: „Brahms woke up one morning and had the blues.“ Leider erfahren wir nicht, wer die farben­reich origi­nelle Orches­tra­tion verfer­tigt hat.

Brad Mehldau
Der Jazz­pia­nist Brad Mehldau am Klavier
(Foto: © Brad Mehldau)

Das Stil­spek­trum reicht von elegi­schem Jazz’n’Blues über reiz­voll unre­gel­mä­ßige Metrik bis hin zu schwel­ge­ri­scher Dode­ka­fonie – ein Zusam­men­wirken der Gegen­sätze voll Wärme und verfei­nertem Geschmack, jenseits ästhe­ti­scher Barrieren, und damit eine würdige, sogar tief­sin­nige Fort­set­zung der American Urban Culture.

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Auftrittstermine und weitere Informationen zu Brad Mehldau unter: www.bradmehldau.com