Quadro Nuevo

Der Klang des Meeres

von Ruth Renée Reif

10. September 2020

Quadro Nuevo fängt auf seinem Album „Mare“ die inspirierende Kraft des Meeres ein, breitet eine Vielfalt an Rhythmen und Klangfarben aus und lässt mediterrane Leichtigkeit anklingen.

Das Ensemble Quadro Nuevo fängt auf seinem Album „Mare“ die medi­ta­tive Wirkung und die inspi­rie­rende Kraft des Meeres ein. In seinen Kompo­si­tionen und Impro­vi­sa­tionen spie­geln sich das sanfte Rauschen der Bran­dung, das Flim­mern des Sonnen­lichts, das sich an der Wasser­ober­fläche bricht und die Weite, die Herz und Geist beflü­gelt. Wie stets bei dem Ensemble, das seine Anre­gungen auf ausge­dehnten Reisen durch die Welt findet, hat jeder Titel seine eigene kleine Geschichte und ist getragen vom Erleben und den Begeg­nungen der Musiker.

So befindet sich auf dem Album etwa eine Hommage an das legen­däre Kairoer Café Groppi, in dem einst auch der Lite­ra­tur­no­bel­preis­träger Nagib Mahfuz seine Zeitungen las. Beigetragen hat sie der Ud-Spieler Basem Darwisch, mit dem Quadro Nuevo vom Roten Meer bis Alex­an­dria quer durch Ägypten zog. Auch breiten die Musiker eine Viel­falt an Harmo­nien, Rhythmen und Klang­farben aus.

Quadro Nuevo
Remi­nis­zenzen an die Zeit als Stra­ßen­mu­siker in den alten medi­ter­ranen Städten: Quadro Nuevo
(Foto: © Annette Hempfling)

ist nicht nur auf seinem Saxofon und der Klari­nette zu hören, sondern greift für Titel wie das neu kompo­nierte Plage à trois oder die alte neapo­li­ta­ni­sche Canzone Torna a Surri­ento, die auch dem Pianisten Chris Gall Raum für träu­me­ri­sche Impro­vi­sa­tionen bietet, zur Mando­line. Andreas Hinter­seher spielt neben seinem Akkor­deon und dem Bando­neon die Trom­pete. Und D.D. Lowka verleiht den Stücken mit seinem Bass die Tiefe und mit Perkus­sion den Rhythmus.

Für das Ensemble schließt sich mit dem Album ein Kreis. Denn mit der italie­ni­schen Canzone brachte es 1998 sein Debüt-Album heraus. Auch die Erin­ne­rungen an die Zeit, da die Musiker die alten medi­ter­ranen Städte als Stra­ßen­mu­siker durch­streiften, um verschol­lene und verges­sene Melo­dien aufzustö und zu neuem Leben zu erwe­cken, klingen auf dem Album nach. Die „medi­ter­rane Leich­tig­keit des Seins“ durch­zieht diese Musik ebenso wie jene Melan­cholie und Sehn­sucht, von der die alten, von Einflüssen vieler Kulturen geprägten Melo­dien zu erzählen wissen.

Mehr Infor­ma­tionen über das Ensemble Quadro Nuevo und seine Auftritts­ter­mine: www​.quadro​nuevo​.de