Sehnsucht und Innigkeit

Diana Damrau

Diana Damrau widmet sich dem Liedschaffen von Richard Strauss. Der Pianist Helmut Deutsch und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons begleiten sie.

Für die Klavierlieder von Richard Strauss gibt es zwei Interpretationsansätze, die beide für sich stimmig und doch diametral entgegengesetzt sind: Die einen denken vom Klang her und übertragen die Fülle seiner großen Opernpartien und Monologe auf die Kleinform des Liedes, die anderen setzen auf lebendige Textgestaltung durch die Balance von Wortbetonung und Klangfarbe. Diana Damrau gehört zur letzteren Fraktion. Ihr Vortrag lebt vom narrativen Moment, wobei sie jedem Lied, jeder Geschichte und jedem lyrischen Ich einen präzise und emotional gezeichneten Charakter gibt.

Getragen und erleuchtet

Die Stimme klingt, namentlich in der Mittellage, natürlich gereift, hat aber nichts von ihrer quirligen Leichtigkeit, Flexibilität und jugendlichen Frische verloren. So gelingen ihr die Ausdrucksnuancen von Sehnsucht, Ungeduld, Koketterie und Innigkeit gleichermaßen berührend. Nicht „begleitet“, sondern getragen und zusätzlich erleuchtet wird die Sängerin von Helmut Deutsch am Flügel und in den Vier letzten Liedern von Mariss Jansons und dem BR-Symphonieorchester.

Richard Strauss: „Vier letzte Lieder“, Diana Damrau, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons (Erato / Warner)
Zu beziehen u.a.: www.jpc.de

Als Dank, dass Sie auch angesichts der Corona-Krise an die Musik glauben, können Sie dieses Album bis Ende Mai 2020 kostenfrei in der NML hören. Registrieren Sie sich unter: crescendo.de

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