Mit den „Car­mi­na Burana“ erlang­te Carl Orff 1937 auf einen Schlag Berühmt­heit. Als Quel­le dien­ten ihm die im 19. Jahr­hun­dert erschie­ne­nen Lie­der, die man im Klos­ter Bene­dikt­beu­ern gefun­den hat­te. Sie waren in spät­la­tei­ni­scher und mit­tel­hoch­deut­scher Spra­che ver­fasst und im 13. Jahr­hun­dert von fah­ren­den Schü­lern, so genann­ten Goli­ar­den, nie­der­ge­schrie­ben wor­den. Orffs Werk ist ein Hym­nus auf die Freu­den des Lebens. Glücks­göt­tin For­tu­na regiert das Leben und erweckt in den Men­schen die Sehn­sucht nach Lie­be. Ein Früh­lings­fest hul­digt der auf­blü­hen­den Natur. In aus­ge­las­se­nen Trink­lie­dern wird über den lebens­fro­hen Kle­rus gespot­tet, bis im „Cour d’amour“ ein Hym­nus auf die Göt­tin Venus erklingt, die sich in For­tu­na ver­wan­delt. Damit schließt sich der Kreis. 

Die Sopra­nis­tin Car­me­la Kon­rad (©Phil­ipp Leon Fan­k­hau­ser)

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Die Baye­ri­sche Phil­har­mo­nie fei­ert mit der von dem Orff-Schü­ler Wil­helm Kill­may­er ange­fer­tig­ten Fas­sung für Kla­vie­re und Per­kus­si­ons­en­sem­ble ihr 25-jäh­ri­ges Bestehen. Es sin­gen die Sopra­nis­tin Car­me­la Kon­rad, der Tenor Gus­ta­vo Mar­tín Sán­chez, der Bari­ton Flo­ri­an Götz sowie der Kin­der­chor und der Chor der Baye­ri­schen Phil­har­mo­nie. Beglei­tet wer­den sie von dem Kla­vier­duo und dem Per­cus­sion-Ensem­ble der Baye­ri­schen Phil­har­mo­nie. In ihrer Inter­pre­ta­ti­on las­sen sie die Ver­bin­dun­gen zwi­schen Orffs Theo­ri­en vom „Urgrund der Musik“ sowie den „Urkräf­ten und Urfor­men der Musik“ und den tra­di­tio­nel­len Ele­men­ten der Volks­mu­sik leben­dig wer­den. Am Pult steht Mark Mast.

Mark Mast, Chef­di­ri­gent und Inten­dant der Baye­ri­schen Phil­har­mo­nie

Der Ver­ein Baye­ri­sche Phil­har­mo­nie wur­de 1994 mit dem Ziel gegrün­det Musi­ke­rIn­nen zu för­dern und ihnen die Grund­la­gen sin­fo­ni­schen Musi­zie­rens zu ver­mit­teln. Das Spek­trum reicht von pro­fes­sio­nel­len Pro­duk­tio­nen bis zum musik­päd­ago­gi­schen Enga­ge­ment, vom Sin­fo­nie­or­ches­ter bis zum Kam­mer­en­sem­ble sowie vom gro­ßen Kon­zert­chor bis zum Kin­der­chor. Pro­jekt­über­grei­fen­de Ver­an­stal­tun­gen ver­bin­den die ein­zel­nen Klang­kör­per.

Der mon­go­li­sche Pfer­de­kopf­gei­ger und Ober­tonsän­ger
Enkhjar­gal Dan­dar­va­an­chig

Im zwei­ten Teil des Abends fei­ert die Baye­ri­sche Phil­har­mo­nie mit Gäs­ten wie dem Boo­gie-Woo­gie-Pia­nis­ten Mar­tin Schmitt, dem mon­go­li­schen Pfer­de­kopf­gei­ger und Ober­tonsän­ger Enkhjar­gal Dan­dar­va­an­chig und dem Musi­ker Robert Wolf, der als Beat­bo­xer Robeat auf­tritt. Beat­boxing wird die Nach­ah­mung von Drum­com­pu­ter­beats und ande­ren Per­kus­si­ons­rhyth­men durch Mund‑, Nase- und Rachen­lau­te genannt. Mit von der Par­tie sind schließ­lich auch die Bay­Phil Kids, der Kin­der­chor der Baye­ri­schen Phil­har­mo­nie, sowie der Chor und das Kam­mer­or­ches­ter der Baye­ri­schen Phil­har­mo­nie.

Ter­mi­ne:

3. Okto­ber 2019, Bam­berg, Kon­zert­hal­le

4. Okto­ber 2019, Mün­chen, Carl-Orff-Saal im Gas­teig

5. Okto­ber 2019, Füs­sen, Lud­wigs Fest­spiel­haus

www.bayerische-philharmonie.de

 

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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