Die Playlist von...

Corne­lius Obonya

von crescendo Redaktion

8. Februar 2018

Er war der Salzburger Jedermann. CRESCENDO verrät der österreichische Schauspieler Cornelius Obonya, welche Musik ihn privat berührt und inspiriert.

Die Play­list von Corne­lius Obonya

1. : Adagio for Strings
Ich habe das Stück geschenkt bekommen, als ich zwölf Jahre alt war, und konnte über­haupt nichts damit anfangen: zu ernst, zu langsam. Dann wurde ich pubertär. Da hat’s dann einge­schlagen. Seitdem mein liebster Track fürs Gefühl! Es wurde direkt nach der Nach­richt vom Tod des US-Präsi­denten Theo­dore Roose­velt im Radio gespielt. Das hat den Ruhm des Stückes unend­lich vermehrt . Und es passt: Ausdruck der großen Trauer nach dem Tod des Mannes, der durch den Krieg brachte.

2. : Ouver­türe zu „Candide“
Ich mag Exal­tiert­heit, Tempo und die wunder­bare Geschichte dahinter. Warum auch immer, aber ich höre es gerne bei der Vorstel­lung, durch eine Winter­land­schaft zu fliegen. Den verrückten Klang, die kleinen Turbu­lenzen, die in mir ausge­löst werden, habe ich immer genossen und genieße sie noch immer.

3. Eminem
Eminem hat die harte Poesie, die diese Welt und die Zustände in ihr richtig beschreibt. Rap sollte als Lyrik aner­kannt werden, er hätte es schon lange verdient. Und immer wieder ist es Eminem, der die Musik dazu schreibt, macht, spricht, die mein Herz höher­schlagen lässt.

4. Tom Waits: Choco­late Jesus
Erst meine Frau hat mich auf Tom Waits gebracht. Ich kannte ihn vom Namen her und hatte immer begeis­tert über ihn reden gehört, haupt­säch­lich von Kollegen an der Schau­bühne im der 90er. Aber Waits hatte bei mir nie gezündet. Dann kam meine Frau, und der Kopf ging auf für diese Art von Humor. Ganz beson­ders für dieses Stück, das dem inter­natsgeschädigten Mann gezeigt hat, was subver­siver Witz wirk­lich ist. Tom Waits ist heilig.

5. : Sound­track zu „Es war einmal in Amerika“
Einer der schönsten Filme, die jemals eine Lein­wand geadelt haben. Und diese Musik beherrscht die Geschichte, die erzählt wird, das Jahr­hun­dert, in dem sie spielt, und die Seele, in die dieser Film eindringt, wie ein kaltes Messer in warmes Fleisch. Sie beglei­tete mich durch diese Geschichte, durch die Menschen, die der Film beschreibt, durch alles. Sehn­sucht nach Amerika, Abscheu vor Amerika, Liebe und Tod, Freude und Wollust in Amerika. Einmalig. Einzig. Ewig.

Fotos: Nancy Horowitz