Dorothee Mields entführt mit ihrem Album zur Sammlung Basevi Codex ins 16. Jahrhundert der Renaissance. 

In die Zeit der frühen Mehrstimmigkeit entführt diese CD: Antoine Brumel, Johannes Ockeghem, Jacob Obrecht und Heinrich Isaac heißen die Komponisten, wenn sie nicht anonym geblieben sind. Stumm geblieben sind sie aber nicht, zumindest ihre Musik spricht noch zu uns, und in dieser Aufnahme tut sie es mit erlesener Qualität. Die Stimme war in jener Zeit das Maß aller Dinge und wenn es um Musik dieser Zeit geht, ist Dorothee Mields so etwas wie das Maß aller Dinge. 

Das vokale Ideal

Mit ihrem berückend schönen Sopran macht sie den Klang dieser Epoche wieder lebendig: vibratolos aber höchst facettenreich, klanglich makellos und ungemein differenziert. Begleitet wird sie vom formidablen Boreas Quartett, das seinerseits Maßstäbe für Blockflötenensembles setzt. Ihr vollendeter Ensembleklang spiegelt das vokale Ideal dieser Musik in kongenialer Weise wider und eine Ohrenweide ist er auch.

„Basevi Codex. Music at the Court of Margaret of Austria“, Dorothee Mields, Boreas Quartett Bremen (Audite)

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Guido Krawinkel schreibt über alles, was mit Musik zu tun hat. Dem Studium der Musikwissenschaften in Bonn folgten Tätigkeiten in der Tonträgerbranche, beim Radio und im Verlagswesen sowie eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. Als freier Journalist arbeitet Guido Krawinkel für Zeitungen, Zeitschriften und Konzerthäuser, schreibt Rezensionen, CD-Booklets und Programmeinführungen und ist Mitglied in der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Der begeisterte Chorsänger hält es mit Loriot: Ein Leben ohne Chor ist möglich, aber sinnlos.

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