Abgründig

Gabriel Schwabe

Gabriel Schwabe interpretiert die Cellosonaten von Zoltán Kodály und György Ligeti mit abgründiger Eindringlichkeit. 

Nicht nur wenn die tiefen Cello-Saiten knarzen, tun sich Abgründe auf. Im besten Sinne freilich: Es wird auf so beseelte Weise musiziert, dass sich Höllenpforten öffnen. Gabriel Schwabe entfesselt Urgewalten: abgründig, eindringlich, durchdrungen von einem heftig lodernden inneren Feuer, das auch Zuhörer unmittelbar entflammt. 

Gabriel Schwabe und Hellen Weiß mit einer Hörprobe aus dem ersten Satz von Zoltán Kodálys Duo for Violin and Cello, op. 7

Schwabes Darstellung der Solosonaten von Ligeti und Kodály ist bei all ihrer Unterschiedlichkeit schlichtweg atemberaubend, spieltechnisch brillant und von unmittelbar für die Musik einnehmender Intensität. In Kodálys fast halbstündigem Duo op. 7 steht ihm seine Partnerin Hellen Weiß nicht im Geringsten nach. Diese Musik fesselt vom ersten bis zum letzten Ton, auch wenn man mit Solo-Streichern unter Umständen nicht viel anzufangen vermag. Nach dem Hören dieser herausragenden CD sollte sich das unmittelbar ändern.

Weitere Informationen und Auftrittstermine zum Cellisten Gabriel Schwabe und der Geigerin Hellen weiß unter: www.gabrielschwabe.com und www.hellenweiss.de

Zoltán Kodály, György Ligeti: Gabriel Schwabe, Hellen Weiß (Naxos)

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Guido Krawinkel
Guido Krawinkel schreibt über alles, was mit Musik zu tun hat. Dem Studium der Musikwissenschaften in Bonn folgten Tätigkeiten in der Tonträgerbranche, beim Radio und im Verlagswesen sowie eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. Als freier Journalist arbeitet Guido Krawinkel für Zeitungen, Zeitschriften und Konzerthäuser, schreibt Rezensionen, CD-Booklets und Programmeinführungen und ist Mitglied in der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Der begeisterte Chorsänger hält es mit Loriot: Ein Leben ohne Chor ist möglich, aber sinnlos.