Gregor Brühl und das ORF Radio-Symphonieorchester Wien erinnern an den von den Nationalsozialisten verfemten Komponisten Walter Braunfels.

Walter Braunfels ist einer der Komponisten, denen in den letzten Jahren endlich jene Gerechtigkeit widerfährt, die sie schon zu Lebzeiten verdient hätten. Braunfels hatte noch das Glück, dass er nach dem Zweiten Weltkrieg in das Amt des Rektors der Kölner Musikhochschule zurückkehren konnte, einer Einrichtung, der er schon seit 1925 als einer der beiden Gründungsrektoren vorgestanden hatte. Die Nazis hatten ihn wegen seiner jüdischen Vorfahren direkt nach ihrer Machtergreifung aus dem Amt entfernt. 

An der Schwelle zur Spätromantik

Braunfels’ musikalisches Schaffen steht an der Schwelle von der Spätromantik zur Moderne, was an dieser Musik so ungeheuer packt. Das tun auch Gregor Bühl und das ORF Radio-Symphonieorchester Wien, die etwa das Divertimento op. 42 oder Ariels Gesang op. 18 mit glutvollem Eifer und großer Sensibilität eingespielt haben. Auch die Ouvertüre zu Don Gil und die Serenade op. 20 klingen hinreißend – feinnervig, transparent und mit begeisterndem Impetus gespielt.

Walter Braunfels: „Don Gil, Prelude op. 35, Divertimento op. 42, Ariel’s Song op. 18, Serenade op. 20”, ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Gregor Brühl (Capriccio)