Wir heißen euch hoffen“

Marlis Petersen

Marlis Petersen besingt auf ihrer Vier-CDs-Box „Dimensionen – Mensch & Lied“ die Vision von einer gemeinsam gestalteten Zukunft in Frieden und Freiheit. Am 18. Oktober erhielt sie den OPUS KLASSIK als Sängerin des Jahres 2020.

Als „Trilogie“ war die vielgelobte CD-Reihe „Dimensionen“ von Marlis Petersen bislang bekannt. Nach „Welt“, „Anderswelt“ und „Innenwelt“ hat die Sopranistin jetzt mit „Neue Welt“ noch eine weitere Dimension eröffnet; in der Viererbox „Mensch & Lied“ werden alle Teile vereint. Was sich als roter Faden durch das neueste Album zieht, ist die Vision von einer gemeinsam gestalteten, lebenswerten Zukunft in Frieden und Freiheit. Dass Petersen die Lieder von Mozart, Strauss, Mahler, Wolf und anderen wieder musikalisch perfekt darbietet, wäre schon Grund genug für eine Empfehlung. Hinzu kommt aber, dass man ihr auch noch jedes Wort glaubt. 

Eindringlich gibt sie in Hans Sommers Symbolum Aufforderungen Goethes weiter, die ausgesprochen gut in die heutige Zeit zu passen scheinen: „Versäumt nicht zu üben / Die Kräfte des Guten“, heißt es da, und: „Wir heißen euch hoffen.“ In die gleiche Richtung geht der packende Track Die Welt verändern wir von Hanns Eisler und Johannes R. Becher, deren Botschaft der Pianist Stephan Matthias Lademann über die Klaviertasten mit einigen zusätzlichen Ausrufezeichen zu versehen scheint (spannend hier übrigens auch die verdoppelte Singstimme im Refrain). Und spätestens bei der hoffnungsvollen Bitte um ruhigen Schlaf für den „kranken Nachbarn“ im abschließenden Der Mond ist aufgegangen wird klar, warum sich dieses Album so besonders aktuell anfühlt.

Marlis Petersen: „Dimensionen – Mensch & Lied“ (Solo Musica)