Martin Widl zeigt in der Kunstmeile 2020 Aichach und beim Corona-Kunst-Projekt „Ein Meter fünfzig“ der Moritzkirche Augsburg Arbeiten mit Rostoxidation.

Experimentelle Malerei ist für mich ein ständiges Entdecken und Verwerfen, ein Werden und Vergehen, ein Suchen und Finden“, lautet das künstlerische Credo von Martin Widl. Seine Werke erarbeitet er in mehrfachen Schichten. Materialien wie Erde, Sand, Bitumen, Marmormehl und Asche trägt er mit Farben und Pigmenten auf die Leinwand auf, um sie in einem fortdauernden Entstehungsprozess zu bearbeiten und zu Ausdrucksmitteln seelischer Improvisation werden zu lassen. Durch das Auswaschen von Überlappungen oder Abtragen von Überlagerungen, Pinseln und Spachteln verleiht er seinen Arbeiten mit reliefartigen Strukturen eine suggestive Kraft. Aus dem Bildgrund wachsen pflanzliche Gebilde und geheimnisvolle Landschaften und öffnen im Betrachter Seelenräume.

Die beiden Kunstwerke mit Rost auf Stahlblech, die Martin Widl für die Kunstmeile 2020 Aichach kreierte
Zu sehen auf der Kunstmeile Aichach 2020 im Außenbereich der Stadtkirche: zwei Arbeiten mit Rostoxidation auf Stahlblech von Martin Widl
(Foto: © Martin Widl)

Für die Ausstellungen in Aichach und Augsburg, zu denen er eingeladen wurde, erstellte Martin Widl faszinierende Arbeiten mit Rost. Die Veränderungen, die dieses Material in sich trägt, spiegeln zugleich den Entstehungsprozess seiner Arbeiten, der einem Rhythmus von Werden und Vergehen und neuerlicher Suche folgt. „Meine Rostarbeiten symbolisieren für mich das Thema Vergänglichkeit“, erläutert er. „Veränderung der natürlichen Gegebenheiten – Rost als Symbol des Vergänglichen und zugleich Schönheit des Alters.“

Detailansicht des Kunstwerks, das Martin Widl mit Rostoxidation auf Stahlblech kreierte
Eine Detailansicht aus Martin Widls Rostarbeiten offenbart das feine Spiel von Strukturen und Farben.
(Foto: © Martin Widl)

Martin Widl war der erste Künstler, mit dem CRESCENDO in seinem Jubiläumsjahr 2018 in der Münchner Redaktion eine Vernissage veranstaltete. Martin Widl hatte mit einem Gemälde aus seinem Zyklus „Farben der Seele“ 2017 den Sommerwettbewerb der Deutschen Grammophon mit dem Geiger Daniel Hope gewonnen. In den Räumen der Redaktion zeigte er meditative großflächige Farbgemälde.

Mehr zu Martin Widl und seinen Werken unter: www.martin-widl.de

Weitere Informationen zur Kunstmeile Aichach unter: www.aichach.de

Weitere Informationen zum Corona-Kunst-Projekt 2020 „Ein Meter fünfzig“ der Moritzkirche Augsburg unter: www.moritzkirche.de
Das Titelbild des Beitrages zeigt Martin Widl vor seinem Triptychon „nihil aeternum est – nichts ist für ewig“ in Mischtechnik mit Rostoxidation auf Leinwand, das in Augsburg zu sehen ist.

Und hier geht es zur aktuellen digitalen CRESCENDO-Vernissage mit Zeichnungen von Matthias Schilling: CRESCENDO.DE

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Dr. Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Dr. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.