In der Dunkelheit stößt die Vorstellungskraft in unbekanntes Terrain vor. Glühende Sehnsüchte werden geweckt, düstere Alpträume türmen sich auf. Die Blockflötistin Dorothee Oberlinger und das Alte-Musik-Ensemble Sonatori de la Gioiosa Marca beschäftigen sich mit den vielfältigen Facetten der Nacht. Melancholisch stimmt die Solo-Flöte ein sephardisches Wiegenlied an, bevor die Musiker auf Entdeckungsreise durch Venetien gehen. In „L’altra nocte m’insomniava“ stellt sich der Ordensbruder Fra Gerardo einen Liebenden vor, der von seiner Angebeteten träumt und beim Aufwachen erkennen muss, dass er allein im Bett liegt. Von Antonio Vivaldi sind die Konzerte „La Notte und Il Riposo“ zu hören, außerdem die Serenade „La Senna festeggiante“ zu Ehren des französischen Königs Ludwig XV. In Jean-Baptiste Lullys lyrischer Tragödie „Atys“ tritt die allegorische Figur Le Sommeil auf. Der blinde Flötist Jacob van Eyck aus Utrecht schrieb Variationen über ein Nachtigallen-Lied, Heinrich Ignaz Franz Biber eine Chaconne über einen Nachtwächter. Ein Album, das nicht nur Schlaflosen gefallen wird! 

Night Music”, Dorothee Oberlinger, Sonatori de la Gioiosa Marca (dhm/Sony)

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