Paul Jacobs

Bril­lant

von Guido Krawinkel

8. September 2021

Paul Jacobs spielt an der Goll-Orgel des Luzerner Konzerthauses Musik aus Amerika.

Ameri­ka­ni­sche Musik ist oft wie eine kunter­bunte Wunder­tüte: Alles kann drin sein, und meis­tens klingt auch alles inter­es­sant. Das kultu­relle Auffang­be­cken hat musi­ka­lisch immer neue Über­ra­schungen zu bieten: Anything goes, alles ist möglich. Wohl nur hier konnte Leonard Bern­steins mitrei­ßende West Side Story gleich­zeitig mit ’ faszi­nie­rend viel­schich­tiger Kompo­si­ti­ons­technik in seiner Dritten Sinfonie oder Samuel Barbers spor­tiver Festival Toccata entstehen, mit einem bril­lanten Paul Jacobs an der nobel röhrenden Goll-Orgel des Luzerner Konzert­hauses. Das Haus­or­chester dieses Musik­tem­pels am Vier­wald­stät­tersee wird von dem Ameri­kaner ange­feuert, der merk­lich in seinem Element ist. Wie auch das Orchester: Nicht nur Bern­steins Sinfo­ni­sche Tänze aus der West Side Story reißen mit, auch Ruth Craw­fords relativ kurzes Adagio, ein disso­nanz­schwan­geres Vexier­spiel, bei dem sich zwei melo­di­sche Stränge fort­wäh­rend zu umkreisen scheinen.