Willkommen in der neuen Klassik-Woche,

es wird all­mäh­lich ernst, und des­halb ver­su­che ich, die The­men der Woche heu­te etwas anders zu sor­tie­ren: als Bestands­auf­nah­me und Per­spek­ti­ve. Wo steht die Welt der Klas­sik, was läuft gut – und was weni­ger? Auf geht’s!

IN DEN STARTLÖCHERN 

Wis­sen­schaft, bevor es los­geht: Aero­sol-Mes­sun­gen der Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker

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Wäh­rend eini­ge Musi­ker noch immer mit Not­hil­fe-For­mu­la­ren (beson­ders in Bay­ern soll die Situa­ti­on, trotz Mar­kus Söders Ankün­di­gun­gen, schwer sein) kämp­fen, Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Moni­ka Grüt­ters über­holt und Hil­fen für Kul­tur zur Chef­sa­che erhebt (zuvor hat­ten gro­ße Orches­ter Grüt­ters einen Brand­brief geschrie­ben) und Nie­der­ös­ter­reichs Lan­des­haupt­frau Johan­na Mikl-Leit­ner Kul­tur­staats­se­kre­tä­rin Ulri­ke Lun­acek düpiert, scheint ein gro­ßer Teil des Klas­sik-Betrie­bes nicht län­ger abwar­ten zu wol­len – die Maschi­nen sol­len lang­sam wie­der hoch­ge­fah­ren wer­den. 

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Groß­ar­tig, wie aktiv eini­ge Orches­ter nach Lösun­gen suchen: Die Bam­ber­ger Sym­pho­ni­ker woll­ten die Wis­sen­schaft ansto­ßen und haben den Luft­aus­stoß ihrer Instru­men­te ver­mes­sen. Die Ergeb­nis­se stell­ten sie Viro­lo­gen zur Ver­fü­gung. Nur einen Tag spä­ter haben Wis­sen­schaft­ler der Cha­ri­té mög­li­che Sze­na­ri­en für Orches­ter ver­öf­fent­licht: 1,5 Meter Abstand zwi­schen den Strei­chern, 2 Meter zwi­schen den Blä­sern. Gleich­zei­tig soll der Kul­tur­be­trieb in ver­schie­de­nen Bun­des­län­dern lang­sam auf­ge­nom­men wer­den, in Hes­sen etwa vor bis zu 100 Zuschau­ern.  Doch selbst die New York Times fragt, ob sozia­le Distanz gutes Thea­ter über­haupt zulässt, und Lon­dons West-End-Pro­du­zent Sir Came­ron Mack­in­tosh befürch­tet, dass die Thea­ter bis nächs­tes Jahr geschlos­sen blei­ben könn­ten. 

Wie trist Musi­zie­ren in Zei­ten von Coro­na aus­se­hen kann, hat nach den Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­kern nun auch noch ein­mal die Staats­ka­pel­le Ber­lin mit Dani­el Baren­bo­im unter Beweis gestellt. Das Geis­ter­kon­zert sah ein biss­chen aus wie Mozart nach dem vier­ten Ader­lass. War­um zum Tag der Befrei­ung aus­ge­rech­net das Sieg­fried-Idyll auf dem Pro­gramm stand (Adolf Hit­ler ließ Sieg­frieds Tod zu Hin­den­burgs Beer­di­gung anstim­men), ist schlei­er­haft – oder Beweis, dass nicht mal mehr die­se Art von geplan­tem Skan­dal bei Coro­na funk­tio­niert.  

SOMMERPLANUNGEN

Coro­na lehrt uns, dass unser Han­deln von heu­te die Welt von mor­gen bestimmt. Eine Erfah­rung, die eini­ge Inten­dan­ten sich zu Her­zen neh­men soll­ten. Der­zeit scheint jeder ganz beson­de­re Medi­en-For­ma­te oder irgend­ei­ne Art „klei­nes Kon­zert“ statt sei­nes Som­mer-Fes­ti­vals zu pla­nen. Mar­kus Hin­ter­häu­ser, so ist zu hören, war­tet mit den Salz­bur­ger Fest­spie­len auf Frei­tag, wenn Kanz­ler Kurz neue Regeln bekannt gibt – Kon­zer­te mit den Wie­ner Phil­har­mo­ni­kern, gar eine Kon­zer­tan­te „Elek­tra“? Es wird geträumt oder digi­tal geplant: der MDR-Musik­som­mer ver­spricht – wie alle ande­ren Fes­ti­vals auch – eine „Son­der­aus­ga­be mit neu­en For­ma­ten“, und sicher wer­den sich auch die inzwi­schen abge­sag­ten Fest­spie­le in Vero­na noch etwas über­le­gen. Der Sinn des Gan­zen ist ver­ständ­lich: Auf­merk­sam­keit, Arbeit für die Künst­ler und ein Hauch von Nor­ma­li­tät. Es ist der­zeit sehr viel Eupho­rie im Spiel, sehr viel: „Es wird schon wer­den“. Und sehr viel: Augen zu, Haupt­sa­che irgend­was. Aber denkt irgend­je­mand auch an das Publi­kum? Wie groß wird das Inter­es­se sein, wenn aller­orts (und ich mei­ne ALLERORTS!) eini­ge weni­ge Musi­ker vor eini­gen weni­gen Zuschau­ern irgend­ei­ne abge­speck­te Musik auf­füh­ren? Wer trägt eigent­lich am Ende die Ver­ant­wor­tung, soll­te doch etwas pas­sie­ren? Die Inten­dan­ten? Die Poli­tik? Klar: es muss wei­ter gehen. Aber kann es nicht etwas klü­ger wei­ter­ge­hen, als dass alle das Beson­de­re pla­nen, um im Som­mer fest­zu­stel­len, dass das Beson­de­re eine viel­leicht nicht wirk­lich publi­kums­na­he Nor­ma­li­tät ist?

AUSGESTREAMT?

STAYATHOMEOPER II Akt / Sze­ne 4

STAYATHOMEOPERDIE FLEDERMAUS (Strauß)2. Akt / 4. Sze­ne­Hol­ly­wood­star im Anmarsch!Nach einem Zwi­schen­s­top im Gast­haus Wor­ac­zicz­ky ist SIE end­lich da. @theoriginalhollywoodstar – bekannt und beliebt auf allen bereits erfun­de­nen Social Media Kanä­len die­ses Uni­ver­sums. Gabri­el von Eisen­stein aka Mar­quis Renard ist ganz aus dem Häus­chen und fin­det die Dame TOTALLY REIZEND!Es ent­spinnt sich ein hei­ßer Flirt im Bade­zim­mer, bei dem Eisen­stein nach alt­be­währ­ter Tak­tik vor­geht, näm­lich das Herz der Dame mit Hil­fe einer Uhr zum schmel­zen zu brin­gen. Hei­ßer Flirt, nas­ser Aus­gang. Eine Pro­duk­ti­on im Rah­men des WIR SIND WIEN.FESTIVAL DER BEZIRKE der Basis­Kul­tur Wien!

Gepos­tet von OPER rund um am Don­ners­tag, 30. April 2020

Wir sind treue Fans: OPER rund um geht wei­ter mit der „Fle­der­maus“

Bei den Streams sind die Ermü­dungs­er­schei­nun­gen bereits ein­ge­tre­ten. 52 Haus­kon­zer­te hat der Pia­nist Igor Levit gege­ben – und nun erst mal auf die Pau­sen­tas­te gedrückt (das hat er ver­dient!). Auf nicht ganz so vie­le Auf­trit­te, aber immer­hin auf 2,5 Mil­lio­nen Streams ist Gei­ger Dani­el Hope mit sei­nen Gäs­ten bei arte gekom­men  – auch er will sein Wohn­zim­mer nun aller­dings wie­der für sich haben. An den vir­tu­el­len Büh­nen gro­ßer Häu­ser wird es ruhi­ger (immer­hin: das Ensem­ble der Mai­län­der Sca­la hat einen hüb­schen Simon Bocca­ne­gra auf You­Tube auf­ge­nom­men), und die Baye­ri­sche Staats­oper in Mün­chen emp­fängt am Mon­tag unter ande­rem Okka von der Damerau. Nach wie vor sehens­wert: Unse­re Freun­de aus den ers­ten Coro­na-Stun­den, die OPER rund um, gehen mit ihrer „Fledermaus“-Version ins Fina­le und wer­den immer aus­ge­buff­ter. Ande­re Fami­li­en wie jene des Bre­mer Kon­zert­meis­ters wol­len lie­ber real spie­len: Eltern, drei Kin­der und Aupair-Mäd­chen haben die gesam­te „Zau­ber­flö­te“ im eige­nen Fens­ter insze­niert. Bra­vo!

DER GANZ NORMALE WAHNSINN

Wenn die Lan­ge­wei­le drückt, greift er zum Tele­fon: Chris­ti­an Thie­le­mann

In den letz­ten Wochen hat sich der Wahn­sinn, den die Ver­schie­bung der all­ge­mei­nen Auf­merk­sam­keits­öko­no­mie durch Coro­na her­vor­ge­ru­fen hat, beson­ders in den Füh­rungs­eta­gen der gro­ßen Häu­ser gezeigt. Um Kevin-Jus­tin, äh, Kai-Uwe Lau­fen­berg, ist es stil­ler gewor­den (immer­hin: die FAZ hat unse­re Debat­te noch mal auf­ge­nom­men), und ich bin inzwi­schen drauf und dran, wie­der dem Team Niko­laus Bach­ler bei­zu­tre­ten. Beson­ders, nach­dem Öster­reichs Alpha-Klas­sik-Kro­nen-News-ORF-Jour­na­list Heinz Sich­rovs­ky vor lau­ter Stolz nicht mehr wuss­te, wohin er schrei­en soll­te, als sein Tele­fon plötz­lich klin­gel­te und der Leib­haf­ti­ge dran war: ein gelang­weil­ter Chris­ti­an Thie­le­mann. Sich­rovs­ky ver­rät nicht, ob er sei­nen Text für „News“ im Knien geschrie­ben hat (auf einen Link wird an die­ser Stel­le bewusst ver­zich­tet), aber er berich­tet brüh­warm, was der Maes­tro ihm im Ver­trau­en erzählt hat, zum Bei­spiel alles über den angeb­li­chen Gesund­heits­zu­stand von Katha­ri­na Wag­ner. Thie­le­mann quatsch­te dar­über, dass er im Som­mer vor­ha­be, allein im Bay­reu­ther Orches­ter­gra­ben zu sit­zen und erklär­te, dass sei­ne aktu­el­len finan­zi­el­len Ver­lus­te „enorm“ sei­en. Am Ende wüte­te Sich­rovs­ky dann noch im vor­aus­ei­len­den Gehor­sam gegen den „Mob aus Pro­vinz­po­li­ti­kern und Schar­la­ta­nen“, die sei­nen Chris­ti­an aus Salz­burg ver­trie­ben hät­ten. Dass Thie­le­mann in Zukunft wohl auch in Bay­reuth ohne fixen Job als Musik­di­rek­tor ist, dar­über schweigt Sich­rovs­ky. Wer weiß, viel­leicht dis­po­niert Thie­le­mann sei­nen Som­mer­job in Bay­reuth ja doch noch zum Fina­le des Salz­bur­ger Impro-Fest­spiel-Som­mers um – je nach­dem, wer das in Wahr­heit das Sagen hat: die Phil­har­mo­ni­ker oder der Inten­dant …

UND NUN?

Mehr Rele­vanz – das ist das Gebot der Stun­de.

Fas­sen wir zusam­men: So rich­tig sinn­lich wer­den die Kon­zer­te, die uns erwar­ten, nicht. So rich­tig Lust auf Streams haben inzwi­schen weder Künst­ler, noch Publi­kum. Vie­le Musi­ker reden sich gera­de um Kopf und Kra­gen und bewei­sen, dass sie genau gar kein Ver­ständ­nis für die Situa­ti­on ihres Publi­kums haben – son­dern krei­sen lie­ber um sich sel­ber. Was man von Strei­te­rei­en zwi­schen ange­stell­ten und frei­en Künst­lern, Sän­gern und Diri­gen­ten im Umfeld der von Öster­reichs Fett­näpf­chen-Kul­tur-Poli­ti­ke­rin Ulri­ke Lun­acek geplan­ten Run­den Tische hört, ist eine fata­le Soap-Ope­ra! Gro­ße Orches­ter und Thea­ter fah­ren längst Mie­se ein – an der Wie­ner Staats­oper wird allein für die­se Sai­son mit über 23 Mio weni­ger Ein­nah­men gerech­net. Gleich­zei­tig sehen wir aller­orts Poli­ti­ker, die für Kul­tur nur wenig Sinn haben. Stell­ver­tre­tend für sie alle, sag­te Uwe Becker, Bür­ger­meis­ter und Käm­me­rer von Frank­furt am Main, im „heu­te-jour­nal“: „Es zäh­len für den Rot­stift die Berei­che, die nicht zwin­gend sind, und da fal­len natür­lich Berei­che wie Kul­tur, Frei­zeit und Erho­lung dar­un­ter.“ 

Fakt ist, dass die Zeit gekom­men ist, an die Zeit nach Coro­na zu den­ken. Einen sehr lesens­wer­ten Text dazu hat die Agen­tur-Lei­te­rin Sonia Sim­men­au­er in „Van“ ver­fasst. Sicher ist: Die finan­zi­el­len Spiel­räu­me der Kom­mu­nen, der Län­der und des Bun­des – aber auch die vie­ler Spon­so­ren – wer­den nach der Kri­se mehr als eng sein. Künst­ler, die sich der­zeit von Luft­han­sa, Mer­ce­des oder VW über­vor­teilt füh­len, soll­ten mal auf die Rück­sei­te ihrer Pro­gramm­hef­te schau­en. Auch hier gilt: Nur gemein­sam kann es wei­ter­ge­hen! 

Coro­na hat die Musik-Bran­che als ers­tes getrof­fen, sie wird als letz­tes wie­der auf­ste­hen. Und ihre größ­ten Pro­ble­me wer­den erst kom­men, wenn Poli­ti­ker nach der gefühl­ten Rele­vanz der Musik fra­gen. Nicht nach der selbst­wahr­ge­nom­me­nen Rele­vanz von Musi­kern, son­dern nach dem Bild, das die Klas­sik vor Coro­na abge­ge­ben hat und dem Bild, das sie in Zei­ten von Coro­na abgibt. Die­ser Gedan­ke erlaubt nur einen Schluss: Wir sind eine ver­schwin­dend klei­ne Min­der­heit, die es sich nicht leis­ten kann, über­ein­an­der her­zu­fal­len. Mir gefällt nicht, was die­ser Kai-Uwe Lau­fen­berg da in Wies­ba­den treibt, und die Eitel­keit von Niko­laus Bach­ler ist min­des­tens so groß wie mei­ne eige­ne, viel­leicht ist ein Nicht-Diri­gier-Stau dafür ver­ant­wort­lich, dass Chris­ti­an Thie­le­mann über­schäumt, und es mag ver­wun­dern, wenn eini­ge Musi­ker das schlecht­ge­laun­te Dau­er­par­lan­do von „wir sind sys­tem­re­le­vant“ anstim­men, meckern, for­dern und ver­ges­sen zu begeis­tern. Aber: Am Ende gehö­ren eben alle zu unse­rer Min­der­heit der Klas­sik. Und unse­re Kämp­fe sind die Begleit­mu­sik. Aber viel­leicht ist es noch nicht zu spät für das kol­lek­ti­ve Mot­to: RELEVANZ STATT ARROGANZ. Wir kön­nen lei­den­schaft­lich mit­ein­an­der strei­ten, aber wenn es um die Rol­le der Klas­sik geht, müs­sen wir auch lei­den­schaft­lich mit­ein­an­der trom­meln, begeis­tern, krea­tiv wer­den und unse­re Rele­vanz ins Schau­fens­ter stel­len.

In die­sem Sin­ne: hal­ten Sie die Ohren steif.

Ihr

Axel Brüg­ge­mann

brueggemann@crescendo.de

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Der Pianist Rudolf Buchbinder

Rudolf Buchbinder: »In den Diabelli-Variationen spiegelt sich Beethovens gesamtes Leben wider.«

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NACHSCHLAG OHNE CORONA

Chor­lei­ter Nor­bert Balatsch bekommt ein Ständ­chen auf der Wart­burg

Er war in mei­nen ers­ten Bay­reuth-Jah­ren omni­prä­sent, Teil jeder Auf­füh­rung: Chor­di­rek­tor Nor­bert Balatsch. Er wur­de 1928 in Wien gebo­ren, wur­de 1968 Chor­di­rek­tor der Wie­ner Staats­oper und hat­te die­se Funk­ti­on bis 1983 inne. Nun ist Balatsch im Alter von 92 Jah­ren gestor­ben. +++ Es wird ernst für den wegen sexu­el­ler Delik­te ver­ur­teil­ten Ex-Prä­si­den­ten der Münch­ner Musik­hoch­schu­le. Sieg­fried Mau­ser zöger­te den Antritt sei­ner Haft in Deutsch­land immer wie­der hin­aus – inzwi­schen hat er eine öster­rei­chi­sche Straf­voll­stre­ckung bekom­men. Das bedeu­tet: Mau­ser hat 14 Tage Zeit, sei­ne Haft von zwei Jah­ren und neun Mona­ten bezie­hungs­wei­se 1004 Tagen anzu­tre­ten. +++ Wie letz­te Woche an die­ser Stel­le exklu­siv vor­ab berich­tet, wur­de der Ver­trag von Nike Wag­ner beim Beet­ho­ven­fest in Bonn auf 2021 ver­län­gert – danach über­nimmt der jun­ge Musik­ma­na­ger Ste­ven Wal­ter.

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Axel Brüggemann
Axel Brüggemann glaubt, dass Musik das Leben verändern kann. Darüber hat er zunächst bei der WELT am SONNTAG geschrieben, bei der er auch Textchef war. Später schrieb er für die FAS und die Jüdische Allgemeine. Heute ist der ehemalige crescendo-Chefredakteur hauptsächlich fürs Fernsehen tätig: für arte, ZDF und SKY. Für seine Bayreuth-Moderationen wurde er für den Grimme-Preis nominiert. Brüggemanns Dokumentarfilme suchen stets nach dem Zusammenhang von Musik und Mensch.

1 Kommentar

  1. eine ver­schwin­dend klei­ne Min­der­heit“?? Sie soll­ten ein­mal rech­nen, statt vor­aus­ei­lend ein gän­gi­ges Vor­ur­teil zu bestä­ti­gen. Wien hat drei gro­ße Opern­häu­ser, zwei gro­ße Kon­zert­sä­le plus eine Rei­he von klei­ne­ren, und alles ist übli­cher­wei­se täg­lich fast voll. In Mün­chen sieht es ähn­lich aus oder in ande­ren Städ­ten. Und jetzt rech­nen Sie zusam­men. Bei Pop-Kon­zer­ten von Stars sind sicher mehr Leu­te, aber die fin­den nicht täg­lich, nicht wöchent­lich … statt. Bei den Kon­zer­ten der vie­len ande­ren Pop-Sän­ger stei­gen zah­len­mä­ßig mitt­le­re Opern­häu­ser immer noch bes­ser aus – immer über ein gan­zes Jahr gerech­net! Und da rech­ne ich noch gar nicht die Zusatz­ein­kom­men in ver­schie­de­nen ande­ren Bran­chen mit, für die die Klas­sik­be­su­cher sicher wesent­lich rele­van­ter sind als Pop-Besu­cher. Im Fuß­ball kom­men nur eini­ge rei­che Groß­klubs auf beein­dru­cken­de Besu­cher­zah­len, der Rest ist auch eher mager. Statt sich beschei­den zu ducken, soll­te man viel­leicht ein­mal mit ein paar Zah­len auf­war­ten. Oder über­las­sen wir das Feld dem Rest, der daheim sitzt und sich die neu­es­ten Streams rein­zieht?

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