Mit der Gat­tung Oper wür­de man Franz Liszt nicht unbe­dingt in Ver­bin­dung brin­gen. Dabei heg­te der umtrie­bi­ge Kom­po­nist und Kla­vier­vir­tuo­se durch­aus Ambi­tio­nen in die­se Rich­tung. Die meis­ten Plä­ne blie­ben aber schon im Anfangs­sta­di­um ste­cken. In sei­ner rei­fen Schaf­fens­zeit voll­ende­te er immer­hin einen Akt sei­ner ita­lie­ni­schen Oper Sar­d­a­na­pa­lo nach einem Dra­ma von Lord Byron. War­um er die Arbeit 1852 abbrach, ist nicht genau bekannt. Nach über 150 Jah­ren ent­deck­te der Musik­wis­sen­schaft­ler David Trip­pett das ver­ges­se­ne Manu­skript, erst kürz­lich wur­de es orches­triert und edi­tiert. Liszts eige­ne Hand­schrift ist zu erken­nen, eben­so der Ein­fluss Vin­cen­zo Bel­li­nis, Gia­co­mo Mey­er­beers und von Liszts Schwie­ger­sohn Richard Wag­ner. 2018 brach­ten Gesangs­so­lis­ten und die Staats­ka­pel­le Wei­mar unter Kirill Kara­bits Sar­d­a­na­pa­lo zur Urauf­füh­rung. Jetzt ist der Mit­schnitt als Ersteinspie­lung beim Label Audi­te erschie­nen. Eine inter­es­san­te Trou­vail­le, die dem Liszt-Bild eine neue Facet­te hin­zu­fügt.

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Corina Kolbe
In Berlins Konzertsälen und Opernhäusern ist die freie Musikjournalistin Corina Kolbe seit Jahren zu Hause. Von der Hauptstadt aus steuert die studierte Romanistin oft Richtung Süden, um über Aufführungen in historischen Theatern ihrer zweiten Heimat Italien oder Klassikfestivals in den Schweizer Alpen zu berichten. Ausführliche Interviews mit Künstlern vor und hinter der Bühne runden ihr Portfolio ab.

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