Tabea Zimmermann profiliert auf ihrer Bratsche farbenreich eine Gegenüberstellung von Bach’schen Suiten und Miniaturen von György Kurtág. 

Die Bratschisten bedauern bis heute, dass Johann Sebastian Bach ihrem Instrument keine Originalwerke zugedacht hat. Zum Glück gibt es da die berühmten Cello-Suiten, die sich leicht auf die Viola übertragen lassen. Bereits vor zehn Jahren hat Tabea Zimmermann die ersten beiden Suiten für das Label Myrios aufgenommen, nun hat sie Nummer drei und vier einer Auswahl von sechs Stücken aus der Sammlung „Signs, Games Messages“ des ungarischen Komponisten György Kurtág gegenübergestellt. 

Mit wunderbar sonorem Ton und tänzerischem Schwung

Die Wahlberliner Künstlerin versteht es wie nur wenige ihrer Kollegen, die oft etwas spröde tönende Bratsche zum Klingen zu bringen. Mit wunderbar sonorem Ton und anmutig tänzerischem Schwung meistert sie die Bach’schen Sätze, dabei verrät ihr sparsamer Vibrato-Einsatz eine intensive Auseinandersetzung mit der historischen Aufführungspraxis. Auch Kurtágs Miniaturen weiß sie farbenreich mit Temperament und Feinsinn zu profilieren.

„Tabea Zimmermann plays Bach & Kurtág“ (myrios classics)