Adolfo Gutiérrez Arenas widmet sich mit der Magdeburgischen Philharmonie unter Kimbo Ishii Antonín Dvořáks Cellokompositionen.

Ungewohnt expressiv

von Sina Kleinedler

8. Oktober 2019

„Ein Cello ist ein Instru­ment, das oben kreischt und unten brummt“, soll einmal, ganz unchar­mant geur­teilt haben. Trotzdem hat er dem Instru­ment eines der schönsten Solo­kon­zerte über­haupt geschenkt: sein Cel­lo­kon­zert in h‑Moll, Op. 104. Krei­schen und brummen hört man zum Glück nichts, wenn Adolfo Gutiérrez Arenas spielt. Seine neue CD umfasst alle Werke, die Dvořák seinem Instru­ment auf den Leib geschrieben hat. Neben dem monu­men­talen Kon­zert auch das berühmte Rondo und die wun­derbar sen­ti­men­tale Wal­desruh. Arenas und die Mag­de­bur­gi­sche Phil­har­monie unter der Lei­tung des tai­wa­ne­si­schen Diri­genten Kimbo Ishii gehen sehr indi­vi­duell an diese Musik heran, den Kopf­satz des Kon­zertes spielen sie relativ breit, manch ein Lagen­wechsel klingt unge­wohnt expressiv. Eine schöne „Zugabe“ der CD: Dvořáks Lied Lasst mich allein in einem Arran­ge­ment für Cello und Kla­vier. Dabei han­delte es sich um das Lieb­lings­lied seiner ver­stor­benen Schwä­gerin, für die er heim­lich schwärmte. Es ist sowohl im zweiten, als auch im finalen dritten Satz des Kon­zertes zu hören. 

Antonín Dvořák: „Cello Works”, Adolfo Gutiérrez Arenas, Mag­de­bur­gi­sche Phil­har­monie, Kimbo Ishii (Ibs Classical)

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