Víkingur Ólafsson versammelt auf dem Album „Triad“ seine pianistischen Erfolge. 

Triad“, die Neuerscheinung des wunderbaren isländischen Pianisten Víkingur Heiðar Ólafsson, ist kein neues Album, sondern eine schicke, schmale Sammelbox seiner bisherigen, in höchsten Tönen gelobten Auskoppelungen für Deutsche Grammophon. Zum ersten: Ausgewählte Philip-Glass-Etüden, die 2017 überall unter den besten Alben des Jahres zu finden waren. Zu Recht – auch (oder gerade?) ohne den Vollständigkeitsanspruch ist das neben Anton Batagovs Einspielung das höchste der Gefühle in diesen einnehmend einfachen Stücken. 

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Víkingur Heiðar Ólafsson spielt die Fünfte Etüde von Philip Glass

Dann Bach: Unter einem Dutzend Bach-Bonbons wäre allein schon Ólafssons Transkription der Arie Widerstehe doch der Sünde den Eintrittspreis wert. Schließlich begegnen einander Debussy und Rameau auf einem Album, bei dem man mal meint, Debussy wären Farbtupfer inmitten exquisiten glöckchengleichen Rameaus, dann wieder Rameau zeitlose Barockverbindungsstücke zwischen Debussys musikalischen Essays. Lang ist’s her, dass ich den von Ann Schein und Seymour Lipkin unterrichteten Pianisten zum ersten Mal hörte. Aus dem Samen wunderbar unprätentiösen Spiels hat sich ein Pianist entwickelt, der mal dem Hype gerecht wird; bei dem die Musik im Vordergrund steht, nicht die Persönlichkeit; dessen Spiel besser ist als seine Selbstdarstellung. Ein Klaviergenuss!

Víkingur Ólafsson: „Triad“ (Deutsche Grammophon)

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