Für eine Extraportion Romantik ist man doch nie zu alt. Das gilt auch für Mariss Jansons, der mit seinem BR-Symphonieorchester auf dem hauseigenen Label diesen sinfonischen Doppelpack geschnürt und damit eine Lücke seiner Diskografie gefüllt hat. Beide Werke liegen auf der CD als technisch hochklassige Konzertmitschnitte vor und zeigen das Orchester in seiner ganzen warmtönigen Klangpracht und musikalischen Beredsamkeit. Jansons lässt die Musik wunderbar fließen und verbindet akribische Detailarbeit mit dem Gespür fürs Ganze, den großen Spannungsbogen. Vor allem der Schubert begeistert durch die Synthese von romantischer Fülle und klassizistischer, fast tänzerischer Eleganz. In Schumanns B‑Dur-Sinfonie entfalten die Mittelsätze eine poetisch-schwärmerische Intensität, die an Tschaikowsky erinnert, lediglich in den Ecksätzen könnte man sich etwas mehr Drive und Spontanität vorstellen. 

Robert Schumann: „Symphonie Nr. 1“, Franz Schubert: „Symphonie Nr. 3“, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons (BR Klassik)

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