Zubin Mehta verkörpert eine neue Generation von Dirigenten. Bettina Erhardt widmete ihm 2016 eine Dokumentation, die jetzt auf DVD vorliegt. 

85 Jahre alt ist Zubin Mehta im April 2021 geworden; zu seinem 80. Geburtstag wurde eine bewegende Dokumentation von Bettina Erhardt im Fernsehen gesendet, die jetzt erstmals auf DVD erscheint. Mehta war und ist wohl einer der Ersten, wenn nicht der Erste einer neuen Generation von Dirigenten, für die Kommunikation beim Musizieren alles ist und die weder als Dompteur auftritt noch ihre Musiker als Befehlsempfänger ansieht. Wichtige Stationen Mehtas werden ausführlich in Bild und Ton reflektiert, oft auch in hochschätzenden Aussagen von Orchestermitgliedern. 

In den Ruinen der Bibliothek von Sarajewo

Aufregend mitzuerleben: der Eklat, als Mehta 1981 Wagners Tristan-Vorspiel mit dem Israel Philharmonic Orchestra aufführte und nur durch die Ernennung des Orchesters zum Musikdirektor auf Lebenszeit weiterarbeiten konnte, oder Mozarts Requiem in den Ruinen der ausgebrannten muslimischen Bibliothek von Sarajewo. Natürlich darf das Konzert der „Drei Tenöre“ unter ihm in den Caracalla-Thermen ebenso wenig fehlen wie seine Cricket-Begeisterung oder der so überaus herzliche Empfang, der ihm immer wieder in seiner Heimatstadt Mumbai bereitet wird.

Bettina Ehrhardt: „Zubin Mehta. Good Thoughts, Good Words, Good Deeds” (Arthaus Musik)