150 Years Wiener Staatsoper

Juwelen aus dem Archiv

von Walter Weidringer

27. September 2019

Eine Jubi­läums-Box mit neun teil­weise erst­mals veröf­fent­lichten Live-Mitschnitten sowie einer Doppel-CD mit Arien und Szenen: Das ergibt insge­samt knapp 24 Stunden Oper zwischen Mozart und Schosta­ko­witsch mit illus­tren Beset­zungen und den Wiener Phil­har­mo­ni­kern in ihrem Haupt­beruf als Mitglieder des Staats­opern­or­ches­ters. Etli­ches ist Samm­lern zwar vertraut, etwa der Wozzeck (1955) sowie, eben­falls unter Böhm, die im besten Sinne haar­sträu­bende Elektra (1965). Gleich­falls schon offi­ziell zu haben war ein Karajan-Fidelio (1962) mit dem expres­siven Paar Ludwig / Vickers, neu hingegen ist sein Live-Figaro (1977), der im Vergleich zur nahezu iden­tisch besetzten, aber etwas anämi­schen Studio­pro­duk­tion eine quir­lige Auffüh­rung aus Fleisch und Blut darstellt. Wahr­lich über­spru­delnd vor Witz und Spiel­freude ist Abbados Viaggio a  mit All-Star-Cast (1988). Aus der Ära Meyer ist zu hören, wie sich in Tristan und Isolde unter Welser-Möst Stemme am Beginn und Seif­fert gegen Ende ihrer jeweils besten Zeit eindrucks­voll treffen oder wie in Eugen Onegin Hvor­os­tovsky und Netrebko (in einer ihrer besten Partien) tragisch anein­ander vorbei lieben (beides 2013). In Thie­le­manns schwel­ge­ri­scher Ariadne entzückt inmitten eines starken Ensem­bles die jugend­lich schim­mernde Isokoski in der Titel­partie (2014); neben Stoya­nowas Perl­mutt­sopran und erneut Hvor­os­tovsky liefert Beczała in Un ballo in maschera eine weit­räu­miger phra­sierte Alter­na­tive zu seinem Rollen­debüt in kurz davor (2016). Schade, dass das Booklet nur Inhalts­an­gaben anstatt Würdi­gungen der Auffüh­rungen enthält. 

„150 Years – The Anni­ver­sary Edition“: „Wozzeck“ (Berry, Goltz; Böhm), „Fidelio“ (Ludwig, Vickers; Karajan), „Elektra“ (Nilsson, Rysanek; Böhm), „Le nozze di Figaro“ (Cotrubaș, Tomowa-Sintow, van Dam; Karajan), „Il viaggio a Reims“ (Caballé, Gasdia, Cuberli, Merritt, Furla­netto, Raimondi; Abbado), „Eugen Onegin“ (Hvor­os­tovsky, Netrebko, Kolo­sova, Korchak; Nelsons), „Tristan und Isolde“ (Seif­fert, Stemme, Baechle, Milling; Welser-Möst), „Ariadne auf “ (Isokoski, Koch, Fally, Botha; Thie­le­mann), „Un ballo in maschera“ (Beczala, Stoya­nova, Hvor­os­tovsky, Fahima, Kras­teva; López Cobos); „Legen­dary Voices of the Wiener Staats­oper“ (

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