Arena di Verona
Foto: Arena di Verona / Ennevi

Zwischen Zypressen und Orangenbäumen: Der Festivalsommer
in Italien lockt mit lauen Sommernächten und schmeichelndem Wohlklang.
Wir haben für Sie die Highlights zusammengestellt.

Italien zählt bekanntlich zu den unangefochtenen Lieblingsreisezielen der Deutschen. Für Musikbegeisterte gibt es – abgesehen vom Wetter, den traumhaften Landschaften und der Kulinarik – noch einen weiteren guten Grund für einen Besuch: Das „Belpaese“ verfügt über eine überaus reichhaltige Festivallandschaft, die die Besucher an einzigartige Veranstaltungsorte führt.

So bilden zum Beispiel die historischen Schlösser der Region Friaul-Julisch Venetien die Spielstätten für das Piccolo Festival, das verschiedene Opernproduktionen umfasst und in diesem Jahr unter dem Motto „Capriccio“ steht. Im Castello di Spessa im Herzen des Weinbaugebietes Collio ist beispielsweise am 10. und 12. Juli Le Nozze di Figaro zu erleben; in der Villa Manin Guerresco in Clauiano und im Palazzo Altan in San Vito al Tagliamento werden am 5. und am 13. Juli die Kaffeekantate sowie La Dirindina, eine barocke Opernrarität von Giovanni Battista Martini, gegeben. Für das gastronomische Angebot sorgen jeweils einige der renommiertesten Köche der Region. Im benachbarten Venetien ist eine Festivalreihe zu Hause, die sich seit Jahrzehnten internationaler Beliebtheit erfreut: die Opernfestspiele in der Arena di Verona. Ihre 95. Ausgabe findet dieses Jahr vom 22. Juni bis 1.  September statt und lockt mit den Klassikern Aida, Carmen, Nabucco, Turandot und dem Barbier von Sevilla, aber auch mit einer Ballettgala unter dem Motto „Roberto Bolle and Friends“.

Das südöstlich von Verona gelegene Ravenna richtet alljährlich das Ravenna Festival aus, das in diesem Jahr neben Opernproduktionen zusätzlich Konzerte mit klassischer Musik und Jazz sowie Filmvorführungen und Ausstellungen beinhaltet. Auch hier versprechen vielfältigste stimmungsvolle Veranstaltungsorte – wie die byzantinischen Basiliken, die Klöster und Plätze der Stadt – besonderen Genuss. Die Festspiele dauern vom 1. Juni bis zum 22. Juli.
Aus Anlass des 150. Todesjahres von Gioacchino Rossini widmet die Stadt Pesaro in den Marken ihrem vielleicht berühmtesten Sohn eine ganze Reihe an Veranstaltungen. Nicht zuletzt beim diesjährigen Rossini Opera Festival werden hier viele erstklassige Musiker auf der Bühne stehen.

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Ravello Festival
Foto: Ravello Festival

Noch weiter im Süden, in den Regionen Emilia-Romagna und Kampanien, sind das Ravello Festival und das Festival Verdi beherbergt. Der Anblick des Gartens der Villa Rufolo in Ravello, oberhalb von Amalfi, raubte mit seinem unvergleichlichen Panorama schon Richard Wagner den Atem: „Ich habe den Zaubergarten von Klingsor gefunden!“, schrieb der Komponist 1880, beglückt über diese außergewöhnliche Inspiration zum zweiten Akt seines Parsifal. Vom 30. Juni bis zum 25. August werden hier Konzerte und Ballettabende mit erlesenen Musik- und Tanzensembles angeboten. Das Festival Verdi bringt etwas später im Jahr, nämlich vom 27. September bis zum 21. Oktober, Opern des großen italienischen Romantikers auf die Bühne: Im Teatro Regio di Parma kommen Macbeth und Attila, im Teatro Farnese in Parma Der Troubadour und im Teatro Guiseppe Verdi in Busseto König für einen Tag zur Aufführung.

Ein unverwechselbares Erlebnis verspricht das Festival Armonie d’Arte in Borgia, Kalabrien. Die Besucher können hier im geschichtsträchtigen Parco Archeologico Scolacium, einem nur 200 Meter vom Strand entfernten Ausgrabungsgelände, Musik-, Theater- und Tanzveranstaltungen genießen. Teilnehmende Künstler sind dieses Jahr unter anderem Zubin Mehta und Pat Metheny.

Mit einem abwechslungsreichen Programm wartet auch die sizilianische Hauptstadt Palermo auf, die von einem faszinierenden Reichtum an Kulturschätzen und einer lebhaften Atmosphäre geprägt ist und 2018 den Titel „Italienische Kulturhauptstadt“ trägt. Der Veranstaltungskalender umfasst Musikveranstaltungen – unter anderem Konzerte im Teatro Massimo –, aber auch Ausstellungen und die Kunstbiennale Manifesta 12, die als eine der wichtigsten europäischen Biennalen für zeitgenössische Kunst vom 16. Juni bis zum 4. November besucht werden kann.

Man sieht: In Italien findet sich kaum eine Provinz, die nicht ihr eigenes Musikfestival feiert. Viele weitere ließen sich nennen, etwa das Umbria Jazz-Festival in Perugia, der Maggio Musicale in Florenz oder das größte Straßenmusikfest Italiens in Ferrara. Eine Auswahl finden Sie unter www.festspielguide.de/italien.

 

Julia Hartel
Julia Hartel, Jahrgang 1982, weiß oft gar nicht, ob sie nun am liebsten Computer- oder Klaviertastaturen, Seiten (von Büchern) oder Saiten (die ihres Cellos) unter den Fingern spürt. Nach ihrem Studium der Germanistik und Musikwissenschaft hat sie sich 2007 als Journalistin und Lektorin selbstständig gemacht. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Nürnberg.

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