Constance Heller & Gerold Huber erinnern an vergessene jüdische Komponisten, die ihre Heimat im Nationalsozialismus verlassen mussten. 

Paul Ben-Haim, Paul Dessau, Kurt Weill, Alexander Uriah Boskovitch, Stefan Wolpe. Sie alle waren jüdische Komponisten, die ihre Heimat in der Zeit des Nationalsozialismus verlassen mussten. Im Exil entstanden zahlreiche Lieder, die bis heute wenig bekannt sind. Constance Heller und Gerold Huber widmen ihnen nun ein ganzes Album. Die teilweise von der Lyrikerin Dagmar Nick aus dem Hebräischen übersetzten Liedtexte reichen in ihrer Entstehungszeit vom 7. Jahrhundert v.u.Z. bis in die Gegenwart. Sie stammen u.a. vom Propheten Jesaja, Schalom Asch und Erich Kästner. 

Es fällt ein Stern

Sehr berührend sind die drei Lieder für Mezzosopran des Komponisten Paul Ben-Haim. Die Texte stammen von Matti Katz, der in Israel als aufstrebender Lyriker bekannt war. Nachdem er mit nicht einmal 20 Jahren bei einem Militäreinsatz ums Leben kam, vertonte Ben-Haim Katz‘ Gedichte für einen Gedenkabend. Der Zyklus trägt, tragisch passend, den Titel: Es fiel ein Stern. Das Lied Fantasie von Übermorgen nach einem Gedicht von Erich Kästner, berichtet von einer pragmatischen Art der Kriegsschlichtung. Die Frauen sperren die Männer ein und regeln das Ganze folgendermaßen: „Sie legten jeden über’s Knie, der diesen Krieg befahl: die Herren der Bank und Industrie, den Minister und General.“ Doch der Titel des Albums beschreibt vor allem das zentrale Thema: die Sehnsucht nach Freiheit und Frieden. 

„Fantasie von Übermorgen. Lieder im Exil“, Constance Heller, Gerold Huber (Solo Musica)

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here