Heller & Huber

Sehn­sucht nach Frei­heit und Frieden

von Sina Kleinedler

10. Oktober 2021

Lieder im Exil! Constance Heller & Gerold Huber erinnern an vergessene jüdische Komponisten, die ihre Heimat im Nationalsozialismus verlassen mussten.

, Paul , , Alex­ander Uriah Bosko­vitch, Stefan Wolpe. Sie alle waren jüdi­sche Kompo­nisten, die ihre Heimat in der Zeit des Natio­nal­so­zia­lismus verlassen mussten. Im Exil entstanden zahl­reiche Lieder, die bis heute wenig bekannt sind. Constance Heller und widmen ihnen nun ein ganzes Album. Die teil­weise von der Lyri­kerin Dagmar Nick aus dem Hebräi­schen über­setzten Lied­texte reichen in ihrer Entste­hungs­zeit vom 7. Jahr­hun­dert v.u.Z. bis in die Gegen­wart. Sie stammen u.a. vom Propheten Jesaja, Schalom Asch und Erich Kästner.

Sehr berüh­rend sind die drei Lieder für Mezzo­so­pran des Kompo­nisten Paul Ben-Haim. Die Texte stammen von Matti Katz, der in Israel als aufstre­bender Lyriker bekannt war. Nachdem er mit nicht einmal 20 Jahren bei einem Mili­tär­ein­satz ums Leben kam, vertonte Ben-Haim Katz‘ Gedichte für einen Gedenk­abend. Der Zyklus trägt, tragisch passend, den Titel: Es fiel ein Stern. Das Lied Fantasie von Über­morgen nach einem Gedicht von Erich Kästner, berichtet von einer prag­ma­ti­schen Art der Kriegs­schlich­tung. Die Frauen sperren die Männer ein und regeln das Ganze folgen­der­maßen: „Sie legten jeden über’s Knie, der diesen Krieg befahl: die Herren der Bank und Indus­trie, den Minister und General.“ Doch der Titel des Albums beschreibt vor allem das zentrale Thema: die Sehn­sucht nach Frei­heit und Frieden. 

Fotos: Constance Heller